Vulcan Energy hat Zahlen vorgelegt – und die Reaktion an der Börse fiel deutlich aus. Medienberichten zufolge fiel der Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringer aus, gleichzeitig ging der Umsatz jedoch zurück.

Parallel zur Zahlenvorlage kündigte das Unternehmen personelle Veränderungen an. Angus Barker übernimmt zum 12. September den Posten des Non-Executive Chair – eine Entscheidung, die als Teil der langfristigen Nachfolgeplanung im Verwaltungsrat kommuniziert wurde.

Neues Großprojekt für 1,26 Milliarden Euro

Deutlich mehr Signalwirkung für die langfristige Ausrichtung dürfte die Ankündigung vom 3. September haben: Vulcan stellte Pläne für eine zweite Ausbaustufe seines Lithium- und Geothermieprojekts in Deutschland vor. Das Investitionsvolumen wird mit 1,26 Milliarden Euro beziffert. Das Vorhaben orientiert sich am Entwicklungsmodell, das bereits beim Lionheart-Projekt zur Anwendung kommt.

Am 11. September erteilte die Bergbehörde von Rheinland-Pfalz Vulcan zudem eine zweite Förderlizenz für Lithium im Rahmen des Lionheart-Projekts. Die Genehmigung gilt für sechs Jahre. Das Unternehmen wertete dies als weiteren Schritt auf dem Weg zum angepeilten Produktionsstart im Jahr 2028.

Sektorweite Finanzierungssorgen als Hintergrundrauschen

Reuters berichtete kürzlich über Liquiditäts- und Finanzierungsbedenken bei mehreren von der EU ausgewählten Projekten für kritische Rohstoffe. Die Meldung bezog sich nicht konkret auf Vulcan, zeichnet aber ein Bild der Branche, in dem Kapitalbedarf und Investorenvertrauen zunehmend im Fokus stehen.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Gewicht, wie Vulcan sein milliardenschweres zweites Projekt finanzieren will, während die operativen Zahlen noch keinen klaren Wachstumspfad zeigen.

Kurs unter Druck, Bewertung am Boden

Der Aktienkurs spiegelt diese Gemengelage wider. Zum Schluss des gestrigen Handelstages notierte das Papier bei 1,40 Euro, nach einem Plus von 2,0 Prozent.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Auf der operativen Seite kann Vulcan mit der neuen Lithiumlizenz und dem angekündigten Milliardenprojekt Fortschritte vorweisen. Auf der finanziellen Seite mahnen sinkende Umsätze und ein angespanntes Branchenumfeld zur Vorsicht. Der Führungswechsel an der Verwaltungsratsspitze fällt in eine Phase, in der Vulcan beweisen muss, dass sich die milliardenschweren Ausbaupläne auch finanzieren lassen.