Der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie hat am Mittwoch verheerende Jahreszahlen vorgelegt. Das Unternehmen rutschte 2025 tief in die roten Zahlen und verfehlte die eigene Prognose deutlich. Ein Nettoverlust von 800 Millionen Euro steht zu Buche – nach einem Gewinn von 261 Millionen Euro im Vorjahr.
Die Zahlen im Detail: Der Umsatz sackte um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro ab. Das operative Ergebnis (EBITDA) brach dramatisch um 42 Prozent auf nur noch 430 Millionen Euro ein. Damit lag Wacker deutlich unter der eigenen Prognose von 500 bis 700 Millionen Euro – und enttäuschte auch die Analystenschätzungen.
Warum der Absturz?
Verantwortlich für das Desaster sind mehrere Faktoren. Die Produktionsanlagen liefen mangels Aufträgen auf Sparflamme, Absatzmengen und Preise gingen zurück. Besonders bitter: Wertberichtigungen auf die Beteiligung am Halbleiterwafer-Hersteller Siltronic und den 2023 übernommenen Auftragsfertiger ADL Biopharma fraßen zusätzlich Kapital.
Hinzu kommt eine 100-Millionen-Euro-Rückstellung für das laufende Sparprogramm PACE. Mit diesem will Wacker bis Ende 2027 jährlich 300 Millionen Euro einsparen – unter anderem durch den Abbau von 1.500 Arbeitsplätzen. Ein schmerzhafter, aber offenbar notwendiger Schritt.
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Alle Bereiche im Minus
Das vierte Quartal 2025 zeigt die ganze Misere: Das bereinigte EBITDA fiel um 35 Prozent auf 185 Millionen Euro – Analysten hatten mit 212 Millionen gerechnet. Drei von vier Geschäftsbereichen verfehlten die Erwartungen.
Die Silikon-Sparte, eigentlich das Zugpferd des Konzerns, musste ein EBITDA-Minus von 42 Prozent auf nur noch 40 Millionen Euro hinnehmen. Der Biosolutions-Bereich kollabierte regelrecht: Das EBITDA stürzte um 87 Prozent auf magere 2 Millionen Euro, weil Pharmakunden ihre Lagerbestände reduzierten.
Auch die Polysilikon-Sparte kämpft: Trotz 8 Prozent mehr Absatzvolumen brachen die Margen massiv ein. Die Nachfrage aus der Solarindustrie blieb schwach – nicht zuletzt wegen der Unsicherheit über mögliche US-Handelsbeschränkungen für Solarimporte.
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Deutschland als Standortnachteil
Vorstandschef Christian Hartel findet deutliche Worte: „2025 ist die chemische Industrie insbesondere in Deutschland und Europa massiv unter Druck geraten.“ Das Problem liegt auf der Hand – die Energiekosten in Deutschland sind im internationalen Vergleich schlicht nicht wettbewerbsfähig.
Diese strukturelle Belastung kommt zur konjunkturellen Schwäche hinzu und drückt die Margen zusätzlich. Immerhin: Im vierten Quartal zeigte sich eine leichte Nachfrageerholung aus China.
Was sagen die Analysten?
Die Reaktion der Experten fällt verhalten aus. Jefferies-Analysten, die Wacker mit „Hold“ einstufen, erwarten nach diesen Zahlen weiteren Druck auf den Aktienkurs. Die Erwartungen waren bereits niedrig – und wurden trotzdem verfehlt.
Eine konkrete Prognose für 2026 lieferte Wacker nicht, was dem üblichen Berichtszyklus entspricht. Der Konzern konzentriert sich vorerst auf die drei K: Kosten, Cash und – hoffentlich bald wieder – Wachstum.
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