Wacker Chemie Aktie: Quartal übertrifft Erwartungen

Der Chemiekonzern übertrifft im ersten Quartal 2026 seine eigene Prognose deutlich, angeheizt durch einen Bestellschub infolge des Iran-Konflikts. Die Jahresprognose für den Umsatz wird angehoben.

Wacker Chemie Aktie
Kurz & knapp:
  • Kriegsbedingter Bestellschub treibt EBITDA
  • Umsatzprognose für 2026 nach oben korrigiert
  • Umfangreiches Sparprogramm läuft weiter
  • Aktie legt seit Jahresbeginn deutlich zu

Der Chemiekonzern aus München hat am Freitagabend mit vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2026 positiv überrascht — und das in einem schwachen Gesamtmarkt. Am Montagmorgen legte die Aktie daraufhin rund zwei Prozent zu.

Iran-Effekt als Treiber

Der Ausbruch des Iran-Kriegs hat bei Wacker Chemie zu einem unerwarteten Bestellschub geführt. Kunden zogen ihre Aufträge vor, um sich gegen drohende Lieferengpässe und steigende Preise abzusichern. Das Ergebnis: Das operative Ergebnis (EBITDA) erreichte vorläufig rund 173 Millionen Euro — deutlich mehr als die eigene Prognose von 140 bis 160 Millionen Euro und weit über der Konsensschätzung der Analysten von 146 Millionen Euro. Gleichzeitig konnten gestiegene Rohstoff- und Energiepreise offenbar zügig an die Abnehmer weitergereicht werden.

Der Umsatz lag im ersten Quartal bei gut 1,41 Milliarden Euro — etwas unter dem Vorjahresniveau von knapp 1,5 Milliarden Euro, aber oberhalb der eigenen Erwartung von rund 1,35 Milliarden Euro.

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Jahresprognose teilweise angehoben

Für das Gesamtjahr 2026 hebt das Management nun die Umsatzerwartung an: Statt eines niedrigen einstelligen Wachstums gegenüber den knapp 5,5 Milliarden Euro aus 2025 soll es jetzt ein hohes einstelliges Plus werden. Beim EBITDA bleibt die Spanne von 550 bis 700 Millionen Euro bestehen — angesichts der bestehenden Unsicherheiten und des volatilen Auftragseingangs vorerst unverändert.

Ein Analyst von Jefferies hob hervor, dass das Quartalsergebnis nicht nur die Konzernprognose, sondern auch die Markterwartungen klar übertraf. Das ist bemerkenswert, denn Wacker Chemie steckt mitten in einem umfangreichen Umbau: Das im Herbst 2025 aufgelegte Sparprogramm sieht jährliche Kosteneinsparungen von mehr als 300 Millionen Euro vor, verbunden mit dem Abbau von über 1.500 Stellen überwiegend in Deutschland.

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Belastung bleibt strukturell

Trotz des erfreulichen Quartalsstarts ist das Bild nicht ungetrübt. Das Gesamtjahr 2025 schloss Wacker mit einem Nettoverlust von 805 Millionen Euro ab — bedingt durch Abschreibungen und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm. Eine Dividende für 2025 erhalten Aktionäre damit nicht, nach 2,50 Euro je Aktie im Jahr zuvor ein spürbarer Einschnitt.

Die strukturellen Baustellen bleiben bestehen: Die Polymer-Sparte leidet weiter unter der schwachen Bauwirtschaft, die Silikon-Sparte spürt ebenfalls den Gegenwind. Der strategische Fokus auf margenstarke Spezialprodukte, den Halbleitermarkt im Polysilizium-Geschäft sowie innovative Biotech-Anwendungen soll mittelfristig gegensteuern — die Umsetzung läuft bis Ende 2027. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund ein Drittel zugelegt, auf Jahressicht sogar knapp 48 Prozent — der Kursaufschwung spiegelt also nicht nur die jüngste Überraschung, sondern bereits eine gewisse Neubewertung wider.

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