Eine Hochstufung, hartnäckige Inflation und die Flucht aus Technologiewerten: Bei Walmart treffen gleich mehrere Rückenwinde aufeinander. Im vorbörslichen Handel legt die Aktie rund 2,6 Prozent zu.

Deutsche Bank sieht bessere Ausgangslage

Auslöser ist ein Analystenwechsel. Die Deutsche Bank stuft den Einzelhändler von „Hold“ auf „Buy“ hoch und hebt das Kursziel von 113 auf 136 Dollar. Analystin Krisztina Katai verweist auf ein günstigeres Umfeld für die Aktie mit Blick auf 2027.

Ihr Argument: Die anhaltende Teuerung stärkt das Preisversprechen von Walmart und dürfte schnellere Marktanteilsgewinne ermöglichen. Zudem sollen margenstärkere Geschäfte wie Werbung, Marktplatz und Mitgliedschaften schneller wachsen als der klassische Handel. Das würde die Gesamtmarge verbessern.

Rotation in defensive Werte

Die Hochstufung trifft auf eine bereits laufende Bewegung. Nach den heißer als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten für September schichteten Investoren am Vortag aus Wachstums- und Technologiewerten in Konsumgüterwerte um. Auch Costco und Target legten zu, die Bewegung beschränkt sich also nicht auf Walmart.

Heute setzt sich das Muster fort. Die Nasdaq gibt vorbörslich 1,1 Prozent nach, während der Dow Jones leicht im Plus liegt.

Obendrein liefert Walmart selbst eine positive Unternehmensgeschichte. Ab 2027 übernimmt der Konzern für berechtigte Mitarbeiter die Kosten für mehr als 250 verschreibungspflichtige Medikamente, darunter GLP-1-Präparate und Insulin. Marktbeobachter könnten das als Signal für langfristige Investitionen in die Belegschaft lesen.

Sam’s Club setzt auf Preisdisziplin

Passend zum Wertversprechen meldet die Club-Tochter Sam’s Club ein Thanksgiving-Menü, das 16 Personen für weniger als zehn Dollar pro Kopf satt machen soll. Der Preis pro Person bleibt auf dem Niveau von 2025, das Angebot wächst um zusätzliche Artikel wie ein Charcuterie-Board und eine neue Sauce. Verfügbar ist das Menü ab dem 28. Oktober.

Die Aktie schloss gestern bei 116,16 Dollar. Vorbörslich notiert sie bei knapp 119,61 Dollar. Damit bleibt noch ein gutes Stück bis zum neuen Kursziel der Deutschen Bank von 136 Dollar.