Ein starkes Quartal, ein schwacher Kern — bei Walmart klafft beides gerade weit auseinander. Die Aktie verlor am Donnerstag 9,2 Prozent auf 103,84 Dollar und zog damit den gesamten US-Markt nach unten. Zeitweise stand sogar ein Minus von 10 Prozent zu Buche, der größte untertägige Einbruch seit 2022.

Dabei war das zweite Geschäftsquartal für sich genommen keineswegs schlecht. Werbeeinnahmen legten kräftig zu, das Online-Geschäft läuft, hinzu kamen Zollrückzahlungen der US-Regierung. Der Konzern hob sogar seine Prognose für das laufende, bis Ende Januar 2027 reichende Geschäftsjahr an.

US-Geschäft enttäuscht trotz angehobener Jahresziele

Der Haken liegt im Ausblick fürs dritte Quartal und im schwächelnden Kerngeschäft in den Vereinigten Staaten. Die Umsatzentwicklung auf vergleichbarer Basis blieb dort hinter den Erwartungen zurück — für den weltgrößten Einzelhändler ein empfindlicher Dämpfer, weil genau dieser Markt als Gradmesser für die Konsumlaune der US-Bürger gilt.

Analysten reagierten entsprechend nüchtern: Jefferies bezeichnete die Drittquartalsziele trotz der angehobenen Jahresprognose als enttäuschend, RBC verwies auf die schwächer als erwartete US-Umsatzentwicklung und rechnet damit, dass die Diskussion über die Bewertung der Aktie weiterläuft.

Der Kursrutsch blieb nicht auf Walmart beschränkt. Amazon, Costco und Home Depot gaben im Sog zwischen zwei und drei Prozent nach — ein Zeichen, wie stark die Branche an den Aussagen zum US-Konsumenten hängt.

Belastung auch von außen

Walmart traf zudem auf ein ohnehin angespanntes Marktumfeld. Steigende Anleiherenditen und ein anziehender Ölpreis im Zuge des Iran-Konflikts drückten am Donnerstag branchenübergreifend auf die Stimmung, der Dow Jones fiel unter die Marke von 53.000 Punkten. Bereits im Mai hatte Walmart gewarnt, dass hohe Treibstoffkosten infolge des Konflikts in den kommenden Monaten auf die Marge drücken könnten.

Die Aktie hat sich seit ihrem Rekordhoch von gut 135 Dollar im Mai spürbar abgeschwächt und notiert nun deutlich unter der 21- sowie der 50-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von 6,8 Prozent zu Buche. Ob sich die Sorgen um den US-Konsum in den kommenden Quartalszahlen bestätigen, dürfte die Bewertungsdiskussion um die Aktie weiter bestimmen.