Wells Fargo trimmt sich auf maximale Produktivität. Während die Gewinne kräftig steigen, streicht das Management konsequent Stellen und setzt massiv auf künstliche Intelligenz. Die Strategie hinter dem Umbau scheint aufzugehen.

Rekordgewinn und KI-Offensive

Die Bank meldet für das zweite Quartal 2026 starke Zahlen. Der Gewinn je Aktie kletterte um 25 Prozent auf 2,00 Dollar. Der Umsatz stieg parallel dazu auf 22,62 Milliarden Dollar.

Dieser Erfolg fußt auch auf einer milliardenschweren Modernisierung der Technik. Wells Fargo investierte zuletzt über eine Milliarde Dollar in seine Plattformen. Ein Ergebnis dieser Strategie ist der „AI Teammate“. Das neue Werkzeug soll Berater entlasten, indem es komplexe Abfragen in Alltagssprache ermöglicht. Das Ziel ist eine spürbar höhere Produktivität im Kundengeschäft.

Schrumpfkur ohne Ende

Parallel zum Technik-Ausbau verkleinert die Bank ihre Belegschaft. Zum 24. Mal in Folge sank die Zahl der Mitarbeiter. Aktuell beschäftigt das Institut 197.000 Menschen — das sind 15.000 weniger als vor einem Jahr.

Das Management plant weitere Entlassungen, um die Effizienz zu steigern. Trotz dieser harten Maßnahmen stellt die Bank in Wachstumsfeldern gezielt neues Personal ein. Besonders im Investmentbanking und in der Cyber-Abwehr sucht das Haus nach Experten. Damit will Wells Fargo Marktanteile in lukrativen Nischen gewinnen.

Mehr Geld für Aktionäre

Anleger profitieren unmittelbar von der straffen Kostenkontrolle. Die Quartalsdividende soll um 11 Prozent auf 0,50 Dollar je Aktie steigen. Die Aktie verzeichnete zuletzt ein zweistelliges Plus auf Jahressicht und notiert aktuell bei 76,02 Euro.

Ende des Monats muss der Verwaltungsrat die Dividendenerhöhung noch offiziell absegnen. Gelingt es der Bank, die Produktivität durch die neuen KI-Tools wie geplant zu steigern, dürfte der Abwärtstrend beim Personalstand anhalten.