Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Energiespeichermarkt wächst rasant. CATL, der weltgrößte Batteriehersteller, rechnet damit, dass stationäre Speicher bis 2030 die Hälfte seines Umsatzes ausmachen werden. Heute sind es rund 25 Prozent.

Tesla untermauert den Trend. Im zweiten Quartal 2026 installierte der Konzern 13,5 GWh Speicherkapazität. Das ist ein Plus von 53 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die USA befinden sich laut Analysten in einer „neuen Phase nachhaltiger Massenproduktion“ im Energiespeicherbereich.

Der WisdomTree Battery Solutions ETF, der genau diesen Sektor abbildet, scheint davon bislang wenig zu spüren. Freitag schloss er bei 47,19 Euro. Das Plus von 1,83 Prozent hilft kaum über die 30-Tage-Bilanz hinweg: minus 11,27 Prozent.

Zwei Märkte, eine Technologie

Der Elektroauto-Markt verändert die Dynamik. Zwar soll das weltweite EV-Batterievolumen bis 2035 auf knapp 880 Milliarden Dollar wachsen. Allerdings schwächelt die Nachfrage in Nordamerika. Hybridfahrzeuge gewinnen dort Marktanteile.

Die Folge: Autohersteller verlagern ihre Batteriekapazitäten zunehmend in den Energiespeichermarkt. Dieser gilt als stabiler und wächst verlässlich.

Ein neuer Treiber kommt hinzu: der KI-Infrastruktur-Boom. Rechenzentren werden zu lukrativen Kunden für Speicherlösungen. Sie brauchen Puffer für Lastspitzen und Ausfälle.

Technologie im Wandel

2026 bringen die ersten Hersteller Natrium-Ionen-Batterien in den kommerziellen Maßstab. Sie setzen auf reichlich verfügbare Rohstoffe. Für bestimmte Netzprojekte gelten sie als ideal.

Die Zellkosten sind auf unter 80 Dollar pro Kilowattstunde gefallen. Dadurch werden Solar-plus-Speicher-Lösungen in vielen Märkten billiger als konventionelle Kraftwerke. Die Steuervorteile für Speicher aus dem Inflation Reduction Act blieben zudem erhalten.

Der ETF selbst ist breit aufgestellt. Er bildet Unternehmen der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette nach und erfüllt ESG-Kriterien. Die Kostenquote liegt bei 0,40 Prozent pro Jahr.

Wochenausblick mit Spannung

Am 22. Juli 2026 veröffentlicht Tesla seine Quartalszahlen. Analysten erwarten Details zu den Speicherdeployments. Das könnte dem gesamten Sektor eine Richtung geben.

Technisch gesehen notiert der ETF 6,86 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 40,9 signalisiert leichte Übertreibung nach unten. Kurserholungen sind möglich, solange die 39-Euro-Marke als Unterstützung hält.