Ein Plus von 105 Prozent in nur 30 Tagen – der WisdomTree Coffee 3x Daily Leveraged ETF schießt in die Höhe. Dahinter steckt ein globaler Markt, dem das Angebot ausgeht. In Brasilien und Vietnam verschlechtern sich die Ernteaussichten massiv.

Historische Tiefstände bei den Vorräten

Der Preis für Arabica-Kaffee stieg innerhalb einer Woche um elf Prozent auf 7.369 Dollar je Tonne. Robusta legte parallel dazu um 3,7 Prozent zu. Ein Hauptgrund sind die Lagerbestände der Börse ICE. Diese fielen zuletzt auf ein Niveau nahe dem historischen Tiefstand aus den Neunzigern.

Die globalen Exporte sanken im Mai auf 12,38 Millionen Säcke. Ein Jahr zuvor waren es noch 12,78 Millionen. Da die Bestände den zwölften Tag in Folge schrumpften, reagierte die Börse. Sie erhöhte die Sicherheitsleistungen für Arabica-Kontrakte auf über 18.800 Dollar.

Wetterrisiken belasten die Ernte

Klimatische Gefahren dominieren die kommende Saison. Experten warnen, dass El Niño die Produktion in Brasilien um bis zu 20 Prozent drücken könnte. Die Wahrscheinlichkeit für ein starkes Wetterereignis zum Jahresende liegt bei 81 Prozent. Branchenkenner rechnen damit, dass die Preise noch Jahre hoch bleiben.

Anleger im WisdomTree-ETF erleben derweil extreme Schwankungen. Die Volatilität liegt bei jährlich über 186 Prozent. Aktuell notiert das Papier bei 10,21 Euro. Das liegt etwa 18 Prozent unter dem jüngsten Rekordstand vom 7. Juli.

Institutionelle Investoren wetten weiter auf steigende Kurse. Investmentfonds halten bei Robusta-Kontrakten die höchste Netto-Long-Position seit zwei Jahren. Am 14. und 15. Juli rücken zudem die US-Inflationsdaten in den Fokus. Sie dürften zeigen, wie stark der Preisdruck bei Agrarrohstoffen bleibt.