Leere Lagerhäuser und eine schleppende Ernte in Brasilien treiben die Kaffeepreise in die Höhe. Anleger in gehebelten Produkten verbuchten am Dienstag zweistellige Kursgewinne. Die Versorgungslage am Terminmarkt spitzt sich drastisch zu.

Der Hauptgrund für den Preissprung liegt in den Depots der Intercontinental Exchange (ICE). Die zertifizierten Vorräte für Arabica-Kaffee sind auf ein Zweieinhalbjahrestief gefallen. Mit nur noch 242.673 Säcken in den Lagern schrumpft der Puffer für den Weltmarkt gefährlich zusammen.

Parallel dazu bremst die Ernte in Brasilien den Markt aus. Der weltweit größte Produzent kommt deutlich langsamer voran als im Vorjahr. Bisher sind laut Daten der Kooperative Cooxupé erst rund 67 Prozent der Felder abgeerntet — ein deutlicher Rückstand zum Vorjahreswert von über 74 Prozent.

Diese Verknappung schlug am Dienstag direkt auf gehebelte Instrumente durch. Das dreifach gehebelte WisdomTree-Kaffee-Zertifikat kletterte um über elf Prozent auf 10,61 Euro. Damit schob sich das Papier erstmals seit Monaten wieder über seinen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt.

Die extreme Volatilität bleibt jedoch der ständige Begleiter dieser Erholung. Der Kurs hat sich seit seinem Jahrestief im Juni zwar mehr als verdoppelt, liegt seit Januar aber immer noch deutlich im Minus. Die US-Agrarbehörde USDA prognostiziert obendrein für die kommende Saison eine weltweite Rekordernte von knapp 190 Millionen Säcken.

Händler blicken nun gebannt auf die Wetterkarten der Region Minas Gerais. Die anhaltende Trockenheit beschleunigt zwar das Einfahren der aktuellen Bohnen. Hält der Regenmangel jedoch an, drohen Schäden an der Blüte für das nächste Erntejahr. Die Preisrallye könnte sich damit verlängern.