Der WisdomTree Coffee 3x Daily Leveraged verzeichnet am heutigen Dienstag einen deutlichen Rücksetzer und reagiert damit auf den anhaltenden Abwärtsdruck an den internationalen Kaffeemärkten.

Nachdem die Preise für Arabica-Kaffee wichtige psychologische Marken unterschritten haben, weiten sich die Verluste für das gehebelte Wertpapier aus. Hintergrund der Entwicklung sind massiv angehobene Ernteprognosen für den weltweit größten Produzenten Brasilien sowie robuste Exportdaten aus Asien.

StoneX hebt Ernteprognose für Brasilien an

Die wesentliche Ursache für die aktuelle Preisschwäche liegt in einer Neubewertung des globalen Angebots durch Marktbeobachter. Das Analysehaus StoneX hat seine Prognose für die brasilianische Ernte 2026/27 deutlich nach oben korrigiert. Die Experten erwarten nun eine Rekordmenge von 77,2 Millionen Säcken zu je 60 Kilogramm. Noch im März war die Beratungsfirma von 75,3 Millionen Säcken ausgegangen.

Diese Revision um knapp zwei Millionen Säcke bedeutet eine Steigerung der Produktion um fast 24 Prozent im Vergleich zur vorangegangenen Saison. Die Aussicht auf eine derartige Angebotsschwemme setzte die Terminmärkte unter Druck.

In der Folge fielen die Arabica-Futures unter die Marke von 300 US-Cent pro Pfund. Am vergangenen Mittwoch schloss der Dezember-Kontrakt für Arabica bereits bei 297,43 Cent und damit auf dem niedrigsten Stand seit mehreren Handelstagen.

Exportstärke aus Vietnam und komfortable Marktbilanz

Parallel zur erwarteten Rekordernte in Südamerika signalisieren auch andere wichtige Anbauregionen eine hohe Verfügbarkeit. Medienberichten zufolge meldete das statistische Amt Vietnams für die ersten acht Monate des laufenden Jahres einen Export von 1,33 Millionen Tonnen Kaffee. Diese starken Zahlen aus dem zweitwichtigsten Produzentenland stützen die Erwartung eines gut versorgten Weltmarktes, insbesondere im Robusta-Segment.

Die Experten von Rabobank rechnen für die Saison 2026/27 mit einer „sehr komfortablen“ globalen Kaffeebilanz. Das Analysehaus prognostiziert einen weltweiten Überschuss von 8,9 Millionen Säcken.

Dieser Ausblick überwiegt derzeit die Sorgen über die historisch niedrigen Lagerbestände. Die von der Börse ICE überwachten Kaffeebestände waren Ende August auf den niedrigsten Stand seit 1999 gefallen, was den jüngsten Preisverfall jedoch nicht aufhalten konnte.

Hebelwirkung verstärkt den Abwärtstrend

Der heutige Kursrückgang von -7,0 % verdeutlicht die Konstruktion des WisdomTree-Produkts, das die täglichen Kursbewegungen des zugrunde liegenden Kaffee-Index dreifach abbildet. Während die Rohstoffpreise selbst moderate Verluste verzeichneten, führte der eingebaute Hebel zu einer spürbaren Entwertung des Papieres auf aktuell 6,97 €.

Damit setzt sich ein negativer Trend fort, der den Wert des Produkts in den vergangenen Wochen zunehmend belastet hat. Das Papier notiert gegenwärtig mit einem Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von -25 %, was die Dynamik der jüngsten Abwärtsbewegung unterstreicht.

Zwar ist die Ernte in Brasilien laut Daten von Safras & Mercado bereits zu 97 Prozent abgeschlossen, doch rückt nun bereits die Blütezeit für die kommende Saison im September und Oktober in den Fokus der Anleger. Solange das Wetter keine ernsthaften Risiken für die nächste Ernte aufwirft, bleibt das fundamentale Bild durch das hohe Angebot geprägt.