Der WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged erlebt einen massiven Einbruch. Am Mittwoch stürzte der ETF um knapp 17 Prozent ab. Der Kurs fiel auf 6,56 US-Dollar. Zwei Faktoren befeuern den aktuellen Ausverkauf. Die geopolitische Lage im Nahen Osten eskaliert, während die US-Notenbank restriktive Signale sendet. Das Resultat: ein toxisches Umfeld für Silber.

Nahost-Konflikt trifft auf Zinssorgen

Den direkten Auslöser lieferte Donald Trump auf dem NATO-Gipfel in Ankara. Er erklärte den Waffenstillstand mit dem Iran für beendet. Zuvor hatten die USA iranische Ziele attackiert. Hintergrund waren Angriffe auf Öltanker in der Straße von Hormus.

Diese Eskalation trieb die Rohölpreise rasant nach oben. Die Inflationsangst wuchs. Anleger flüchteten massenhaft aus spekulativen Long-Positionen. Der Silber-Spotpreis sank in der Folge um über zwei Prozent auf 58,56 US-Dollar. Der Hebel-ETF vergrößerte diesen Verlust entsprechend drastisch.

Weiterer Druck kommt von der Zinsfront. Die Protokolle der US-Notenbank offenbaren eine tiefe Spaltung. Neun Ausschussmitglieder erwarten in diesem Jahr eine weitere Zinserhöhung. Acht Mitglieder lehnen dies ab. Der Markt hat sich bereits positioniert. Die Wahrscheinlichkeit für einen baldigen Zinsschritt liegt bei über 80 Prozent. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar und belasten Edelmetalle schwer.

Solar-Industrie drosselt Nachfrage

Abseits der Makroökonomie trüben fundamentale Daten das Bild. JPMorgan kappte die Silberpreis-Prognose drastisch auf 60 bis 65 US-Dollar. Die Analysten verweisen auf ein wachsendes Substitutionsrisiko. Große Solarhersteller wie Jinko und Longi planen silberfreie Zellen. Das könnte die industrielle Nachfrage aus diesem Sektor um sieben Prozent drücken.

In Indien zeigt sich ein ähnlicher Nachfrageeinbruch. Die Importe fielen im Mai auf knapp 47 Tonnen. Im Vorjahr kauften Inder noch fast das Zehnfache. Hauptgrund für diesen Einbruch ist ein höherer Einfuhrzoll von 15 Prozent.

Volatilität außer Kontrolle

Der WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged befindet sich in einer extremen Schwächephase. Auf Monatssicht verlor das Papier über 46 Prozent. Die Schwankungsbreite stieg auf gewaltige 148 Prozent. Ein RSI-Wert von 29,6 signalisiert mittlerweile den überverkauften Zustand des ETFs.

Der zugrundeliegende Silber-Spotpreis liefert keine Entwarnung. Der kurzfristige gleitende Durchschnitt fiel unter die 21-Tage-Linie. Dies bestätigt den negativen Trend. Der Silberpreis testet nun die kritische Unterstützung bei 58,00 US-Dollar. Bricht diese Marke, droht dem Edelmetall ein direkter Rücksetzer auf das nächste Haltelevel bei 56,70 Dollar.