Ein einziger Arbeitsmarktbericht reicht aus, um ein gehebeltes Silber-Produkt regelrecht explodieren zu lassen. Genau das ist dem WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged gerade passiert. Der Auslöser: schwache US-Beschäftigungszahlen, die Anleger auf eine baldige Zinswende hoffen lassen.
Am 2. Juli legte das Hebelprodukt um 4,74 Prozent zu und schloss bei 7,114 Euro. Einen Tag später zog der Silberpreis selbst um rund 3,27 Prozent auf 61,052 Dollar je Feinunze an. Das Produkt bildet den dreifachen täglichen Ausschlag des Solactive Silver Front Month Rolling Futures Index ab — Bewegungen im Basiswert wirken hier also verstärkt.
Schwache Jobdaten schieben Edelmetalle an
Der eigentliche Grund für die Rally liegt im US-Arbeitsmarktbericht für Juni. Die Wirtschaft schuf nur 57.000 neue Stellen. Analysten hatten mit 110.000 bis 115.000 gerechnet. Zusätzlich wurden die Zahlen für April und Mai um insgesamt 74.000 Stellen nach unten korrigiert.
Diese Abkühlung am Arbeitsmarkt verändert sofort die Erwartungen an die Federal Reserve. Laut FedWatch-Daten sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 66 Prozent vor der Veröffentlichung auf etwa 51 Prozent danach. Der Dollar-Index reagierte mit einem Rückgang um 0,55 Prozent auf 100,85 Punkte, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel auf 4,465 Prozent.
Ein schwächerer Dollar und niedrigere Anleiherenditen senken die Opportunitätskosten für zinslose Anlagen wie Silber. Genau dieser Mechanismus verstärkt aktuell die Gewinne des Hebelprodukts.
Strukturelles Defizit trifft auf Industrienachfrage
Losgelöst von den kurzfristigen Zinsspekulationen bleibt Silber auch fundamental gut unterstützt. Branchenberichte zeigen bereits im sechsten Jahr in Folge ein strukturelles Angebotsdefizit, für das laufende Jahr wird ein Fehlbetrag von 46,3 Millionen Unzen erwartet. Die Industrienachfrage bleibt robust — allein die Solarbranche verbraucht rund 19 Prozent der weltweiten Silbermenge.
Vom Rekordhoch bei 121,64 Dollar im Januar 2026 ist der Silberpreis zwar weit entfernt. Die aktuelle Erholung deutet aber auf eine Stabilisierung um die 60-Dollar-Marke hin. Das WisdomTree-Produkt verwaltet derzeit ein Vermögen von rund 327,84 Millionen Euro, verteilt auf 19,49 Millionen ausstehende Anteile.
Widerstandszonen im Blick
Charttechniker richten den Blick nun auf die nächsten Widerstandszonen zwischen 62,00 und 63,32 Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte den Weg zur Marke von 65 Dollar öffnen. Der RSI notiert trotz der starken Tagesbewegung neutral bei 42,6 — von einer überkauften Lage kann also keine Rede sein.
Das Handelsvolumen bestätigt das gestiegene Interesse: Zuletzt wechselten 583.153 Anteile den Besitzer. Der nächste wichtige Termin fällt auf den 14. Juli 2026, wenn neue US-Inflationsdaten anstehen. Bis dahin dürfte das Hebelprodukt empfindlich auf jede Nachricht rund um Dollar-Kurs und Fed-Kommentare reagieren.
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