Der Silbermarkt liefert derzeit widersprüchliche Signale. Geopolitische Entspannung trifft auf eine weiterhin zähe US-Inflation. Für gehebelte Finanzprodukte bedeutet diese Mischung puren Stress. Die Volatilität gerät außer Kontrolle.

Der WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged zeigt das Ausmaß der Schwankungen. Aktuell notiert das Papier bei 7,53 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesverlust von 2,68 Prozent.

Auf Sicht von 30 Tagen brach der Kurs um 55,91 Prozent ein. Zuletzt gab es jedoch eine kleine Gegenbewegung. Auf Wochensicht steht ein Plus von 6,81 Prozent auf der Tafel.

Ein RSI-Wert von 30,7 signalisiert aktuell eine stark überverkaufte Lage. Die annualisierte Volatilität erreicht gewaltige 149 Prozent. Der Hebel vervielfacht jeden Ausschlag des Edelmetalls gnadenlos.

Fed-Chef bremst die Erwartungen

Der Auslöser für diese Unruhe liegt primär bei der US-Notenbank. Fed-Chef Kevin Warsh fand auf einer Konferenz in Portugal deutliche Worte. Er betonte das strikte Inflationsziel der Notenbank. Wer auf eine Toleranz oberhalb von zwei Prozent hoffe, werde enttäuscht.

Im gleichen Schritt räumte Warsh eine leichte Entspannung ein. Die globalen Energiepreise fallen spürbar. Hauptgrund ist das jüngste Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran. Dadurch nehmen die allgemeinen Preisrisiken ab.

Trotzdem schließt der Notenbanker baldige Zinssenkungen aus. Der Basiswert spürt diesen geldpolitischen Gegenwind direkt. Zeitweise fiel Silber in dieser Woche auf ein Siebenmonatstief. Mittlerweile pendelt sich das Edelmetall bei 58,50 US-Dollar je Feinunze ein.

Arbeitsmarkt bestimmt die Richtung

Die Märkte rechnen weiterhin fest mit einer straffen Geldpolitik. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September liegt bei über 60 Prozent. Das lastet schwer auf zinslosen Anlagen wie Silber.

Schwächere US-Jobdaten aus dem Privatsektor brachten am Mittwoch nur kurz Linderung. Nun warten Investoren auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht am heutigen Donnerstag.

Die Konsequenz: Ein robuster Jobbericht stützt die harte Linie der Fed. In diesem Szenario bleibt der fundamentale Abwärtsdruck für Silber bestehen. Für den gehebelten WisdomTree-ETF setzt sich die wilde Talfahrt dann nahtlos fort. Eine schnelle Beruhigung der Kurse ist unter diesen Bedingungen faktisch ausgeschlossen.