Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht hat Silber-Hebelprodukte in der vergangenen Woche beflügelt. Jetzt bremst Gewinnmitnahme die Rally aus. Der WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged fällt am Montag um 2,49 Prozent auf 8,32 US-Dollar, nach einem Schlusskurs von 8,54 US-Dollar am Freitag.

Der Rückgang wirkt wie eine Verschnaufpause nach starkem Lauf. Über sieben Tage steht noch immer ein Plus von 20,65 Prozent zu Buche. Der Blick auf 30 Tage relativiert die Euphorie allerdings: Dort liegt das Papier mit 32,70 Prozent im Minus.

Job-Schock als Auslöser der Rally

Der eigentliche Treiber kam aus Washington. Die US-Beschäftigtenzahlen für Juni 2026 enttäuschten deutlich. Statt der erwarteten 110.000 bis 115.000 neuen Stellen entstanden nur 57.000 Jobs.

Die Reaktion an den Finanzmärkten folgte prompt. Laut CME FedWatch sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von rund 65 Prozent auf knapp 50 Prozent. Silber profitiert als zinsloses Investment traditionell von sinkenden Zinserwartungen und einem schwächeren Dollar. Beides trat nach dem Bericht ein.

Der Silber-Spotpreis (XAG/USD) markierte daraufhin sein bestes Wochenergebnis seit mehreren Monaten. Zum Wochenschluss am 3. Juli erreichte das Edelmetall Kurse nahe 62,77 US-Dollar. Das war der höchste Stand seit dem 23. Juni.

Konsolidierung zwischen 60 und 63 Dollar

Am Montag kippte die Stimmung. Anleger nahmen Gewinne mit, der Silberpreis konsolidiert nun zwischen 60,52 und 63,50 US-Dollar. Für das dreifach gehebelte Produkt bedeutet das eine besonders scharfe Bewegung nach unten.

Der RSI über 14 Tage steht bei 35,2 – ein Wert, der auf nachlassenden Aufwärtsdruck hindeutet. Die annualisierte Volatilität über 30 Tage bleibt mit 146,89 Prozent extrem hoch. Das zeigt, wie stark der dreifache Hebel jede Kursbewegung im Basiswert verstärkt.

FOMC-Protokoll und Indiens Importstopp im Blick

Die nächste Wegmarke steht bereits fest. Am Mittwoch, dem 8. Juli 2026, veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer Sitzung vom 16. und 17. Juni. Anleger erhoffen sich daraus Hinweise auf den künftigen Zinspfad. Fed-Gouverneur Warsh bekräftigte zuletzt das Zwei-Prozent-Inflationsziel, obwohl die Inflationserwartungen bereits nachgeben.

Parallel zur Geldpolitik belastet ein strukturelles Problem die physische Nachfrage. Indiens Silberimporte brachen um 94 Prozent auf nur noch 33 Tonnen ein – der niedrigste Stand seit Februar 2023. Der Grund: Indien hatte im Mai 2026 die meisten Silberimporte eingeschränkt und hochreine Silberbarren von „frei“ auf „genehmigungspflichtig“ umgestuft.

Hintergrund der Maßnahme ist die indische Handelsbilanz. Im Finanzjahr 2025/26 gab das Land einen Rekordbetrag von 12 Milliarden US-Dollar für Silberimporte aus. Mit den neuen Lizenzpflichten will die Regierung die Importrechnung senken und die Rupie stützen.

Die kommenden Tage dürften zeigen, wie stark das FOMC-Protokoll die Zinserwartungen weiter verschiebt. Für den WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged bleibt die Kombination aus Dollar-Kurs und US-Konjunkturdaten der entscheidende Kurstreiber – bei einer Volatilität, die jede Nachricht sofort in scharfe Ausschläge übersetzt.