Ein geopolitischer Schock und eine Fed-Warnung prallen in derselben Woche aufeinander. Für Anleger im WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged ETF bedeutet das: extreme Ausschläge in beide Richtungen. Am Ende der Woche stand ein klarer Verlierer fest.

Der Fonds schloss am Freitag bei 7,45 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesminus von 2,84 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 12,80 Prozent zu Buche, über 30 Tage sogar von 26,90 Prozent.

Iran-Eskalation sorgt kurz für Auftrieb

Am Donnerstag sah die Lage noch anders aus. Der Hebel-ETF schoss um rund 10,29 Prozent nach oben. Auslöser waren Berichte über US-Luftschläge gegen Ziele im Iran.

Die Eskalation im Nahen Osten trieb Anleger in sichere Häfen. Besonders die Straße von Hormus geriet in den Fokus, dort soll die Durchfahrtskapazität Berichten zufolge auf 50 Prozent gesunken sein. Öl und Silber zogen gleichermaßen an.

Der Effekt hielt nicht lange. Schon am Freitag richtete sich der Blick der Märkte wieder auf die US-Geldpolitik.

Fed warnt vor anziehender Inflation

Am 10. Juli legte die Federal Reserve dem US-Kongress einen Bericht vor. Darin ist von „verschärften“ Inflationsrisiken die Rede. Es ist der erste Bericht unter der Führung von Fed-Chef Kevin Warsh.

Als Haupttreiber nennt die Notenbank drei Faktoren: Zölle, den Iran-Konflikt und einen massiven Anstieg der KI-bezogenen Investitionen. Allein für diese Investitionen rechnet die Fed 2026 mit rund einer Billion US-Dollar. Diese Kombination erklärt, warum die Fed trotz geopolitischer Unsicherheit an einem straffen Kurs festhält.

Bereits zu Wochenbeginn hatten die Sitzungsprotokolle der Fed vom Juni für Unruhe gesorgt. Die Entscheidung, den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen, fiel einstimmig. Die Protokolle offenbarten allerdings ein gespalteneres Bild als die Abstimmung vermuten ließ: Neun von 18 Mitgliedern rechnen inzwischen mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung in diesem Jahr.

Das CME FedWatch Tool beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September aktuell auf 52,7 Prozent. Diese Aussicht stützt den Dollar und trieb die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen in Richtung der Marke von 5 Prozent. Für zinslose Anlagen wie Silber ist das Gegenwind.

Physischer Markt bleibt angespannt

Der Silber-Spotpreis hat 2026 eine deutliche Korrektur durchlaufen. Nach einem Rekordhoch von 121,62 US-Dollar je Feinunze Ende Januar pendelte er zum Wochenschluss nur noch zwischen 58 und 60 US-Dollar.

Die fundamentalen Daten zeichnen dennoch ein anderes Bild als die kurzfristige Kursbewegung. Silber steuert auf das sechste Jahr in Folge mit einem Angebotsdefizit zu, geschätzt auf rund 46 Millionen Unzen. Getrieben wird dieses Defizit vor allem von der steigenden Industrienachfrage aus dem Bereich saubere Energie.

Einige Analysten halten trotz der aktuellen Schwäche an optimistischen Jahresendzielen zwischen 75 und 85 US-Dollar je Unze fest. Kurzfristig dominieren aber makrofinanzielle Strömungen das Preisgeschehen, nicht die physische Angebotslage.

Extreme Schwankungen, überverkaufte Signale

Als dreifach gehebeltes Produkt reagiert der ETF besonders heftig auf jede Kursbewegung. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 157,47 Prozent. Der 14-Tage-RSI notiert bei 35,8 und nähert sich damit überverkauftem Terrain.

Der nächste mögliche Auslöser für größere Bewegungen steht bereits fest: Am 14. Juli veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Verbraucherpreisdaten für Juni. Fällt die Inflation höher aus als erwartet, dürfte das die Zinserwartungen weiter anheizen und den Druck auf Silber erhöhen.