WiseTech Global setzt auf einen harten Kurswechsel. Der australische Logistik-Software-Anbieter baut sein gesamtes Geschäftsmodell um. Künstliche Intelligenz soll künftig den Kern der Plattform bilden.

Massiver Stellenabbau geplant

Das Management greift zu drastischen Mitteln. Rund 2.000 Arbeitsplätze fallen dem Rotstift zum Opfer. Dies entspricht fast einem Drittel der gesamten Belegschaft.

Das Ziel ist eine schlankere Organisation. Die Integration von KI in die CargoWise-Plattform soll Prozesse automatisieren. Das Unternehmen plant diesen Umbau für einen Zeitraum von zwei Jahren.

Festhalten an den Finanzzielen

Trotz der hohen Kosten hält der Vorstand an seinen Prognosen fest. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von bis zu 1,44 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis soll im besten Fall 585 Millionen US-Dollar erreichen.

Allerdings lastet die Integration des Zukaufs E2open auf der Profitabilität. Parallel dazu sorgte ein Systemausfall am 17. Juni für Unruhe. Die Plattform stand für zwei Stunden still. Für globale Logistik-Kunden ist die ständige Erreichbarkeit jedoch essenziell.

Aktie unter Verkaufsdruck

Anleger reagieren skeptisch auf die Umbaupläne. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund 42 Prozent an Wert. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 22,54 Euro. Das entspricht einem Rückgang von über 53 Prozent gegenüber dem Rekordhoch aus dem Vorjahr.

Das Papier notiert damit nur knapp über seinem Jahrestief von 21,45 Euro. Die hohe Volatilität von über 50 Prozent spiegelt die Nervosität am Markt wider. Investoren warten nun auf erste Belege für die versprochenen Effizienzgewinne durch den KI-Einsatz.