Die Erholungsrally ist Geschichte. Wolfspeed verliert am Mittwoch 7,38 Prozent und notiert bei 45,30 US-Dollar. Der Kurs liegt damit rund 40 Prozent unter dem Mai-Hoch.
Was die Aktie zuletzt antrieb, war kein stabiles Wachstum. Es war ein klassischer Short Squeeze.
Technische Dynamik kippt
Spekulanten hatten Wolfspeed im Frühjahr auf über 80 Dollar getrieben. Die Hoffnung: Das Unternehmen könnte von KI-Rechenzentren profitieren. Doch der Effekt ist verpufft.
Leerverkäufer mussten ihre Positionen decken, der Kurs schoss nach oben. Jetzt fehlt dieser technische Rückenwind. Der RSI liegt bei 45,2 – weder überkauft noch überverkauft.
Im Gegenteil: Die fundamentalen Probleme rücken wieder in den Fokus.
Verwässerungsrisiko belastet
Hinzu kommt ein Form S-1 aus dem Juni. Es erlaubt den Weiterverkauf von rund 24 Millionen Aktien durch Bestandsaktionäre. Ein Teil dieser Papiere könnte aus der Wandlung von Wandelanleihen stammen.
Wolfspeed selbst erhält keinen Cent aus diesen Verkäufen. Aber die schiere Menge an potenziell verfügbaren Aktien verunsichert Anleger. Die Angst vor Verwässerung drückt auf den Kurs.
Dabei gibt es auch positive Nachrichten: Eine Absichtserklärung mit GE Aerospace über Siliziumcarbid-Module konnte den Abwärtstrend nicht stoppen.
Restrukturierung als Belastung
Die aktuelle Volatilität folgt auf massive Veränderungen. Ende 2025 schloss Wolfspeed ein Chapter-11-Verfahren ab. Die Schulden sanken um rund 70 Prozent.
Seither schwankt die Erzählung: Ist Wolfspeed ein angeschlagener Autozulieferer? Oder ein wichtiger Ausrüster für KI-Cluster?
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 163,94 Prozent zeigt, wie unberechenbar die Aktie bleibt.
Der August wird richtungsweisend. Dann legt Wolfspeed die Quartalszahlen vor. Investoren achten besonders auf die Mohawk-Valley-Fabrik und den Fortschritt bei der 200-Millimeter-Technologie. Nur wenn diese Fertigung liefert, kann die Aktie aus eigener Kraft überzeugen.
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