Der Halbleiterspezialist Wolfspeed verzeichnet am heutigen Freitag einen deutlichen Kursanstieg und setzt damit die Erholung der vergangenen Tage fort. Das Papier legte heute um 8,99 % zu und notiert damit bei 30,07 USD. Innerhalb der letzten sieben Tage verzeichnete Wolfspeed ein Plus von 27,31 %. Maßgeblich für diese Entwicklung sind neue strategische Partnerschaften im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie eine personelle Neuausrichtung im Management.
Strategische Allianz für die Stromversorgung
Im Zentrum des Interesses steht eine Kooperation mit LITEON, die Wolfspeed am vergangenen Freitag bekannt gab. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde die Siliziumkarbid-Technologie von Wolfspeed für den Einsatz in LITEONs 800VDC-Stromversorgungslösungen qualifiziert. Diese kommen insbesondere in spezialisierten Compute-Rack-Netzteilen für Hyperscale-KI-Rechenzentren zum Einsatz. Die Technologie soll dabei helfen, die Effizienz und Leistungsdichte in der Infrastruktur für künstliche Intelligenz massiv zu steigern.
Wolfspeed reagiert mit diesen Produkten direkt auf die wachsende Nachfrage nach spezialisierter Hardware für den Ausbau globaler Serverkapazitäten. Bereits im Mai hatte das Unternehmen neue 10-kV-Siliziumkarbid-MOSFETs sowie das sogenannte TOLT-Portfolio vorgestellt, die gezielt auf die Anforderungen der industriellen Elektrifizierung und der KI-Infrastruktur zugeschnitten sind. In einem früheren Quartal konnte das Unternehmen bereits berichten, dass der Umsatz im Bereich der KI-Rechenzentren im Vergleich zum Vorquartal um etwa 30 % gestiegen war.
Personalwechsel und Analysten-Echo
Zusätzlich zur technologischen Offensive stärkt Wolfspeed seine Führungsebene. Am Dienstag, 28. Juli, wurde die Ernennung von Andreas „Andy“ W. Mattes in den Verwaltungsrat bekannt gegeben. Mattes, der zudem den Vorsitz des Vergütungsausschusses übernimmt, verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Technologiebranche und leitete zuletzt als CEO das Unternehmen Coherent.
Die Analysten bewerten die Lage des Unternehmens derweil vorsichtig optimistisch, weisen jedoch auf bestehende Herausforderungen hin. Die Experten von Susquehanna senkten am Dienstag, 21. Juli, ihr Kursziel für Wolfspeed von 40 USD auf 30 USD, behielten jedoch ihre neutrale Einstufung bei. Die Anpassung spiegelt das Spannungsfeld zwischen dem technologischen Potenzial und den operativen Verlusten wider, die das Unternehmen zuletzt verzeichnete.
Operative Wende am Standort Mohawk Valley
Finanziell befindet sich Wolfspeed in einer Übergangsphase. Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC erzielte das Unternehmen in seinem dritten Geschäftsquartal einen Umsatz von rund 150 Millionen USD, verbuchte jedoch gleichzeitig einen Nettoverlust von 120 Millionen USD. Um die Bilanz zu stabilisieren, wurde eine Schuldenrefinanzierung in Höhe von 476 Millionen USD durchgeführt, was die jährlichen Zinsaufwendungen um geschätzte 62 Millionen USD senken soll. Zum Ende des letzten Berichtszeitraums verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und kurzfristige Anlagen im Wert von 1,2 Milliarden USD.
Ein zentraler Bestandteil der langfristigen Strategie ist der Umbau der Fertigungskapazitäten. Während die Anlagen in Durham künftig auf die Materialproduktion konzentriert werden, verlagerte das Management die Bauelementfertigung an den Standort Mohawk Valley. Dort wird die Produktion vollständig auf 200mm-Wafer umgestellt, um Skaleneffekte besser nutzen zu können. Anleger blicken nun gespannt auf den 19. August, wenn Wolfspeed die Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal vorlegen wird.
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