X-Energy drückt beim Ausbau seiner Kernreaktor-Flotte massiv aufs Tempo. Während der Umsatz im ersten Quartal 2026 dreistellig kletterte, rissen hohe Sonderbelastungen und Investitionen ein tiefes Loch in die Bilanz.

Hohe Sonderbelastungen belasten Bilanz

Der US-Spezialist für kleine modulare Reaktoren (SMR) steigerte seine Einnahmen inklusive Fördergelder um 109 Prozent auf 43,4 Millionen US-Dollar. Haupttreiber war die Zusammenarbeit mit dem US-Energieministerium. Parallel dazu weitete sich der Nettoverlust drastisch aus.

Unter dem Strich stand ein Minus von 166,2 Millionen US-Dollar. Ein Großteil davon entfiel auf nicht zahlungswirksame Bewertungsverluste bei Optionsscheinen in Höhe von fast 109 Millionen US-Dollar.

Nach dem milliardenschweren Börsengang im April verfügt das Unternehmen über liquide Mittel von rund 224 Millionen US-Dollar. Die Erlöse aus dem IPO stützten die Kapitalbasis massiv und sollen die weitere Entwicklung finanzieren.

Expansion in Texas und Europa

Operativ meldet X-Energy Fortschritte an mehreren Fronten. Die US-Atomaufsicht NRC erteilte eine wichtige Umweltfreigabe für das Xe-100-Projekt am Dow-Standort in Texas. Derweil treibt das Management die Brennstoffproduktion in Tennessee voran. Die Fertigstellung der Anlage ist für die erste Hälfte 2028 geplant.

In Europa nimmt die Expansion ebenfalls Form an. Das Unternehmen reichte sein Reaktordesign bei den britischen Behörden zur Prüfung ein. Gemeinsam mit Centrica plant X-Energy dort langfristig eine Kapazität von bis zu 6 Gigawatt. Die Versorgung mit Graphit sicherte sich der Konzern über einen Zehnjahresvertrag mit SGL Carbon.

Aktie nähert sich Jahrestief

An der Börse reagierten Investoren verstimmt auf den hohen Quartalsverlust. Die Aktie verlor am Donnerstag über acht Prozent an Wert. Sie notiert aktuell bei 24,08 US-Dollar. Damit nähert sich das Papier seinem bisherigen Jahrestief an.

Die Pipeline umfasst aktuell 144 potenzielle Reaktoren mit einer Gesamtkapazität von 11,5 Gigawatt. Nun richtet sich der Fokus auf die kommerzielle Umsetzung der Hochtemperatur-Gasreaktor-Technologie.