Ein tschechischer Investmentfonds baut seine Wette auf Xerox weiter aus – und positioniert sich damit als zweitgrößter Aktionär des US-Druckerkonzerns. STARTEEPO Invest aus Prag hat seine Beteiligung auf 8,8 Millionen Stammaktien erhöht, zusätzlich hält der Fonds Optionen auf weitere 140.000 Anteile. Das geht aus einer aktualisierten Schedule-13D-Meldung bei der US-Börsenaufsicht SEC hervor.

Fondschef Frantisek Bostl erklärte, man habe damit das für die aktuelle Investitionsphase gesetzte Zielniveau erreicht. STARTEEPO will nach eigenen Angaben langfristig engagiert bleiben und sich weiterhin mit Management und Vorstand über Strategie und Kapitalstruktur austauschen.

Bilanz, Lexmark und die KI-Wette

Die Investmentthese des Fonds stützt sich auf mehrere Säulen: eine verbesserte Bilanzstruktur, disziplinierte Kapitalallokation und operative Exekution. Hinzu kommt die laufende Integration von Lexmark, die STARTEEPO als zentralen Werttreiber sieht. Der Fonds argumentiert zudem, der Markt unterschätze weiterhin, wie gut Xerox strategisch positioniert sei, um von der zunehmenden KI-Adoption in Unternehmen zu profitieren.

Am Aktienkurs zeigt sich davon bislang wenig. Im vorbörslichen Handel an der Nasdaq gab das Papier um 1,08 Prozent auf 2,74 Dollar nach, nachdem es die Montagssitzung bereits 1,77 Prozent leichter beendet hatte. Die Diskrepanz zwischen dem Aufbau einer strategischen Beteiligung und der schwachen Kursreaktion wirft die Frage auf, wie stark institutionelle Investoren dem Lexmark-Integrationspfad tatsächlich vertrauen.

Für Xerox bedeutet das wachsende Engagement eines aktivistisch auftretenden Großaktionärs zunächst vor allem eines: mehr Aufmerksamkeit für die eigene Kapitalstruktur und die Fortschritte bei der Lexmark-Integration. Ob STARTEEPO in den kommenden Monaten tatsächlich aktiver auf Vorstand und Board einwirkt, dürfte sich an den nächsten Quartalszahlen und der weiteren Integrationsentwicklung zeigen.