XPeng hat am Montag Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt, die an der Börse für herbe Enttäuschung sorgten. Der Verlust fiel deutlich höher aus als erwartet, die Prognose für das dritte Quartal blieb hinter den Erwartungen der Wall Street zurück. Die Folge: Binnen Tagen senkten gleich mehrere Analystenhäuser ihre Kursziele, wenn auch mit unterschiedlicher Tonlage.
Verlust verdoppelt sich, Umsatz wächst nur mäßig
Der Elektroautobauer verbuchte im zweiten Quartal einen Umsatz von 19,74 Milliarden Yuan bei einer Bruttomarge von 20,7 Prozent. Die Fahrzeugerlöse legten dabei nur um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, wenn auch um 55 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Ausgeliefert wurden 103.295 Fahrzeuge – ein Plus von 64,8 Prozent zum Vorquartal, aber nahezu eine Stagnation im Jahresvergleich mit nur 0,1 Prozent Zuwachs.
Deutlich schwerer wiegt der Blick auf die Gewinnzone: Der Nettoverlust weitete sich auf 1,34 Milliarden Yuan aus, nach 0,48 Milliarden Yuan im Vorjahresquartal. Höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Verwaltung trieben die roten Zahlen nach oben.
Für das dritte Quartal stellt XPeng 115.000 bis 121.000 Auslieferungen und einen Umsatz zwischen 21,7 und 23,4 Milliarden Yuan in Aussicht – Werte, die die Investoren nicht überzeugten.
Analysten reagieren uneinheitlich
Am Dienstag reagierten gleich sieben Häuser auf die Zahlen, mit spürbar unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Barclays senkte das Kursziel auf 14 von 15 Dollar und beließ die Einstufung bei Underweight.
Bernstein SocGen kappte sein Ziel auf 18 von 20 Dollar bei einem Rating von Market Perform. Tiger Securities reduzierte die Zielmarke deutlicher, auf 15 von 20 Dollar, und verwies auf die gemischten Zahlen sowie den schwächeren kurzfristigen Ausblick bei den Auslieferungen.
Nicht alle Häuser zeigten sich pessimistisch. Macquarie beließ die Einstufung bei Outperform, senkte das Kursziel aber um 5 Prozent auf 18 Dollar – mit dem Hinweis, dies liege an niedrigeren Bewertungen der Vergleichsgruppe und nicht an den Ergebnissen selbst.
Bank of America bestätigte Kaufempfehlung und Kursziel von 19 Dollar unverändert. Goldman Sachs senkte das Ziel für die in Hongkong gelisteten Aktien um 10,4 Prozent auf 69 Hongkong-Dollar, hielt aber an der Kaufempfehlung fest. Freedom Broker reduzierte sein Ziel auf 22 von 25 Dollar, ebenfalls bei Buy-Rating.
Kurs fällt auf neues Mehrmonatstief
Die Aktie reagierte prompt: Am Handelstag der Zahlenvorlage brach der Kurs um 8,5 Prozent auf 11,15 Dollar ein und markierte damit ein neues Zwanzig-Monats-Tief. Der aktuelle Kurs von 9,91 Euro liegt inzwischen 59 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 24,40 Euro, das im November markiert wurde – ein Abstand, der die Schwere des Kurseinbruchs seit dem Rekordstand verdeutlicht.
Lichtblicke lieferte XPeng im Auslandsgeschäft: Die Überseeauslieferungen übersprangen im zweiten Quartal erstmals die Marke von 20.000 Einheiten, ein Plus von 81 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die durchschnittliche Verkaufspreis lag dabei über 40.000 Euro, was XPeng nach eigenen Angaben unter den chinesischen Autobauern mit internationalen Ambitionen an die Spitze bei Umsatz und Marge pro Fahrzeug bringt.
Mit dem neuen Modell L03, das laut Unternehmen bei Markteinführung ein historisches Auftragsvolumen erzielte, sollen die Überseeauslieferungen im vierten Quartal auf mehr als 40.000 Einheiten pro Quartal steigen. Im September soll zudem das Flaggschiff-SUV G9L in China auf den Markt kommen und für neue Impulse im Kerngeschäft sorgen.
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