Rund 1,17 US-Dollar kostet XRP derzeit – ein neues Viermonatstief. In den vergangenen sieben Tagen verlor die Kryptowährung mehr als zehn Prozent, seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf fast 38 Prozent. Drei Entwicklungen fallen in dieser Korrekturphase besonders ins Gewicht: institutionelle Anleger ziehen sich zurück, Großinvestoren halten sich bedeckt und ein wichtiges Chartzeichen mahnt zur Vorsicht.
Erster Nettoabfluss seit drei Wochen
Am 3. Juni verzeichneten die US-Spot-XRP-ETFs erstmals nach 21 Tagen wieder Abflüsse. Insgesamt zogen Anleger 5,34 Millionen US-Dollar ab. Den größten Anteil trug der Bitwise XRP ETF mit einem Minus von gut 4 Millionen US-Dollar. Auch der Grayscale-Fonds verlor 0,7 Millionen US-Dollar.
Mit rund 1,03 Milliarden US-Dollar liegt das verwaltete Vermögen der sieben US-ETFs zwar weiterhin auf hohem Niveau. Dennoch fügen sich die Abflüsse in eine breitere Krypto-Korrektur ein: Mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar verließen in den vergangenen Tagen digitale Anlageprodukte. Seit dem Start der XRP-ETFs im November 2025 bleibt der kumulierte Nettozufluss mit rund 1,41 Milliarden US-Dollar dennoch positiv.
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Größte Wale so passiv wie seit Jahren nicht
Das Verhalten der Großinvestoren unterstreicht die Zurückhaltung. In den vergangenen 30 Tagen transferierten sogenannte Wale lediglich 978 Millionen XRP von der Handelsplattform Binance auf private Wallets – der niedrigste Wert seit 2021. Hinzu kamen Verkäufe oder Umschichtungen von rund 60 Millionen XRP allein in der letzten Woche.
Der Markt spürte den zusätzlichen Druck: Der Kurs fiel zeitweise auf 1,14 US-Dollar. Dieses Niveau gilt als entscheidende Unterstützung. Rutscht XRP darunter, droht eine Bewegung Richtung 1,10 US-Dollar oder tiefer.
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Netzwerk wächst – trotz Kursverfall
Ein positiver Kontrast zeichnet sich auf dem XRP Ledger ab. Laut dem Ripple-Partner Evernorth stiegen die täglichen Transaktionen auf rund 3 Millionen – dreimal so viel wie Mitte 2025. Evernorth selbst hält über 473 Millionen XRP und plant einen Börsengang via SPAC.
Das Wachstum treiben Banken. Die französische Société Générale emittiert ihren Euro-Stablecoin EURCV auf dem XRPL. Zudem wurde Ripples eigener Stablecoin RLUSD in das Mastercard-Zahlungsnetzwerk integriert, was eine 24/7-Abwicklung ermöglicht. SBI Holdings-CEO Yoshitaka Kitao verweist zudem auf den US-Gesetzesentwurf CLARITY Act, der regulatorische Risiken für XRP senken könnte.
Der RSI auf dem Tageschart liegt bei 23 – extrem überverkauft. Historisch leitete dies oft Erholungen ein. Das „Death Cross“ aus 20- und 50-Wochen-Durchschnitt sowie das sinkende Open Interest an den Futures-Märkten belasten das Sentiment jedoch weiter. Eine Erholung ist technisch möglich, aber nicht garantiert.
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