XRP profitiert von einer geldpolitischen Weichenstellung in den USA und einer Serie unternehmensspezifischer Fortschritte. Der Kurs liegt aktuell bei 1,42 US-Dollar, nach einem Plus von 12 Prozent auf Wochensicht und 33 Prozent im Monatsvergleich.

Treasury-Ankündigung löst Kettenreaktion aus

Auslöser der jüngsten Bewegung war eine Ankündigung des US-Finanzministeriums Mitte der Woche vom 19. auf den 20. August. Finanzminister Scott Bessent teilte mit, das Volumen der langfristigen Rückkauf-Operationen mindestens zu verdoppeln, von zwei auf mindestens vier Milliarden US-Dollar pro Operation, mit Laufzeit vom 9. September bis zum 4. November.

Die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihe fiel im Anschluss auf 5,196 Prozent. XRP legte in der Folgewoche um mehr als 56 Prozent zu – die stärkste Wochenbewegung seit der Rally nach dem Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC im August 2025. Auslöser waren Short-Liquidationen, erneute ETF-Zuflüsse und eine breitere Krypto-Marktdynamik, angeführt von Bitcoin, das über die Marke von 77.000 US-Dollar ausbrach.

Die frische Liquidität am Anleihemarkt scheint damit auch am Kryptomarkt anzukommen. Für Anleger ist das ein Signal, dass makroökonomische Entscheidungen der US-Notenbankpolitik zunehmend direkt auf Risikoanlagen wie XRP durchschlagen.

ETF-Zuflüsse und politisches Rückenwind

Parallel zur Treasury-Nachricht verdichten sich auch regulatorische Signale. Am Mittwoch, dem 22. August, empfing US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus mehrere Krypto-Führungskräfte, darunter Ripple-Chef Brad Garlinghouse, Coinbase-Chef Brian Armstrong und SEC-Vorsitzenden Paul Atkins.

Trump drängte den Senat, den CLARITY Act zu verabschieden, der klären soll, ob XRP und andere Kryptowährungen als Wertpapiere einzustufen sind. Die entscheidende Abstimmung im Senat ist für den 15. September angesetzt und gilt als wichtigster Termin im XRP-Kalender der kommenden Wochen.

Die Aussicht auf regulatorische Klarheit spiegelt sich in den Zahlen der Spot-ETFs wider. Medienberichten zufolge verzeichneten US-amerikanische XRP-ETFs am 25. August Netto-Zuflüsse von rund 23,87 Millionen US-Dollar – der neunte Tag in Folge mit positivem Saldo.

Der Anbieter 21Shares passte zudem seine Preismethodik für den zugrunde liegenden Vermögenswert an, ein technischer, aber aufschlussreicher Schritt inmitten der wiedererwachten Nachfrage.

Technische Fortschritte und Partnerschaften

Auch auf technischer Ebene tut sich etwas. Julian Berridi, Produktmanager bei Ripple, kündigte Updates der Entwicklerbibliotheken xrpl.js und xrpl-py an, die Version 3.3.0 des XRP Ledger unterstützen. Diese im August veröffentlichte Aktualisierung bringt fünf neue Amendments für Privatsphäre, Batch-Transaktionen und gesponserte Gebühren mit sich, darunter die Funktion Confidential Transfer, die Salden und Transfers von Multi-Purpose-Token verschlüsselt. Mehr als 60 Prozent der Netzwerk-Knoten liefen bereits auf der neuen Version.

Ripple baute zudem sein Partnernetzwerk in Asien aus: Mit der südkoreanischen Jeonbuk Bank wurde die dritte koreanische Kooperation in diesem Jahr besiegelt – nach Kyobo Life Insurance und Kbank.

Die Bank setzt Ripple Payments für grenzüberschreitende Überweisungen ein und ermöglicht damit nahezu Echtzeit-Abwicklungen dort, wo bislang tagelange Transferzeiten üblich waren. Auch Mastercard vertieft sein Engagement im XRP-Ökosystem und nimmt am für Oktober angesetzten XRP-Ledger-Hackathon teil.

Ripple-Präsidentin Monica Long beschrieb die jüngste institutionelle Dynamik auf der Plattform X als „regelrechten Lichtschalter-Moment“ und verwies auf die wachsende Bewegung hin zu 24-Stunden-Handel als positives Signal für das Ökosystem.

Ausblick

Der Zeitplan für die kommenden Wochen ist dicht: Die Senatsabstimmung über den CLARITY Act am 15. September dürfte richtungsweisend für die regulatorische Einordnung von XRP werden.

Bereits am 1. August hatte Ripple eine Milliarde XRP aus dem Escrow freigegeben, davon 700 Millionen jedoch sofort wieder eingesperrt – der Netto-Zufluss an neuem zirkulierendem Angebot fiel damit auf 300 Millionen Token. Anleger dürften die Entwicklung bis zur Senatsabstimmung als nächsten größeren Kurstreiber im Blick behalten.