XRP hat am Mittwoch eine wichtige Marke verloren. Der Token fiel unter die Unterstützung bei 1,25 US-Dollar und rutschte zeitweise bis auf 1,19 US-Dollar. Das Paradoxe: Mehrere Indikatoren zeigten zuletzt eher Stärke.
Technischer Bruch mit Ansage
Der entscheidende Moment kam am 2. Juni um 14:00 UTC. Das Handelsvolumen schnellte auf 205,7 Millionen US-Dollar hoch — und die Unterstützung bei 1,25 Dollar hielt nicht stand. XRP fiel von 1,27 auf 1,19 Dollar, bevor sich der Kurs um die 1,20-Dollar-Marke stabilisierte.
Aktuell notiert XRP bei 1,24 US-Dollar, rund 4 Prozent unter dem Vortag. Auf Jahressicht beträgt das Minus fast 34 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 3,56 Dollar liegt bei über 65 Prozent.
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Technisch hat sich die Lage damit verschoben. Die frühere Unterstützung bei 1,25 Dollar gilt nun als erste Hürde für Erholungsversuche. Hält die Zone um 1,20 bis 1,21 Dollar nicht, rückt der Bereich um 1,13 bis 1,15 Dollar in den Blick.
Zuflüsse ja, Kursstärke nein
Was die Lage ungewöhnlich macht: Während globale Krypto-Anlageprodukte in der vergangenen Woche Abflüsse von 1,67 Milliarden US-Dollar verzeichneten — die dritte negative Woche in Folge — zog XRP in ETPs noch 20,3 Millionen Dollar an. Kaum ein anderer Altcoin schaffte in dieser Woche nennenswerte Zuflüsse.
Kein Wunder, dass das verwirrt. Parallel dazu verließen mehr als 25 Millionen XRP die Börsen, und die Zuflüsse auf Binance sanken auf den niedrigsten Stand des Jahres. Beides deutet auf geringere kurzfristig verfügbare Verkaufsbestände hin. Den Abwärtstrend stoppte das trotzdem nicht.
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Netzwerk wächst, Kurs fällt
Auf der Blockchain selbst sieht es besser aus. Im ersten Quartal 2026 stiegen die täglichen Transaktionen auf dem XRP Ledger um 35 Prozent auf 2,48 Millionen. Der Markt für tokenisierte Real-World-Assets auf dem Netzwerk wuchs um 124 Prozent auf 2,25 Milliarden US-Dollar.
Diese Zahlen schützen den Kurs kurzfristig nicht. XRP fiel im ersten Quartal um 27 Prozent — obwohl die Netzwerkaktivität deutlich zulegte. Die Trennung zwischen wachsender Infrastrukturnutzung und schwacher Preisentwicklung ist damit kein neues Phänomen.
Kurzfristig entscheidet sich alles an der 1,20-Dollar-Marke. Käufer müssen dort Flagge zeigen. Eine Rückeroberung der 1,25-Dollar-Zone wäre das Minimum, um den technischen Schaden der letzten Tage zu begrenzen.
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