Ein überraschender Vorstoß der US-Derivateaufsicht CFTC hat Bewegung in den Kryptomarkt gebracht und Leerverkäufer bei XRP auf dem falschen Fuß erwischt. Nachdem die Behörde eigene Regelentwürfe für Krypto-Transaktionen und -Märkte zur Prüfung an das Weiße Haus übermittelte, setzte an den Terminbörsen eine spürbare Bereinigung ein. Der Token verzeichnet heute ein leichtes Plus von 0,7 Prozent und steht bei 1,41 USD.
Millionen an Short-Positionen liquidiert
Die Erholung an den Krypto-Märkten zwang vor allem spekulative Abwärtswetten zur raschen Auflösung. Daten aus dem Derivatehandel beziffern das Volumen geschlossener XRP-Short-Positionen binnen 24 Stunden auf 8,05 Millionen US-Dollar.
Insgesamt beliefen sich die Liquidationen auf 10,41 Millionen US-Dollar, womit die Bären rund 77 Prozent der Zwangsauflösungen trugen. Das offene Interesse an den Terminmärkten lag zeitgleich bei rund 3,05 Milliarden US-Dollar.
Der abrupte Positionsabbau sorgte für zusätzlichen Aufwärtsdruck. Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten ihre Kontrakte eindecken, was die Liquiditätslage auf der Kaufseite schlagartig verbesserte.
Behörden handeln nach Stillstand im Senat
Auslöser des Stimmungsumschwungs war der regulatorische Kurswechsel in Washington. Nachdem der Clarity Act im Senat gescheitert war (am vergangenen Dienstag, seither -0,9 %), schlug die CFTC einen eigenständigen Pfad ein.
Behördenchef Selig leitete die Entwürfe unter dem Titel „Regulation of Crypto Asset Transactions and Markets“ an das Office of Information and Regulatory Affairs (OIRA) im Weißen Haus weiter. Die Prüfung durch das OIRA kann bis zu 90 Tage in Anspruch nehmen.
Für Marktteilnehmer signalisiert dieser Schritt, dass die Regulierungsbehörden bestehende Vollmachten nutzen wollen, um klare Rahmenbedingungen für Krypto-Assets zu schaffen. Auch die US-Börsenaufsicht SEC öffnete parallel dazu eine fünfjährige Ausnahmeregelung für den Handel mit tokenisierten Aktien.
Ledger-Aktualisierung und ETF-Kapitalflüsse
Auf Protokollebene erhielt das Netzwerk durch die Veröffentlichung des Updates 3.4.0 für den XRP Ledger neue Impulse. Die Aktualisierung führt Anpassungen am Kreditprotokoll sowie überarbeitete Sicherheitsmechanismen für den Datenaustausch zwischen den Netzwerkknoten ein.
Gleichzeitig verzeichneten die US-amerikanischen Spot-ETFs für XRP am Donnerstag mit einem Nettoabfluss von 5,15 Millionen US-Dollar eine kurze Unterbrechung ihrer Zuflussserie. Das Minus ging vor allem auf Rückgaben bei den Produkten von 21Shares und Canary zurück.
Auf Sicht der gesamten Handelswoche blieb die Kapitalbilanz der Fonds dennoch im positiven Bereich. Mit dem aktuellen Preisniveau hält der Token zudem einen Puffer zum 200-Tage-Durchschnitt, der bei 1,27 USD verläuft.
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