Franklin Templeton hat diese Woche zusätzliche tokenisierte Geldmarktfondsanteile im Wert von rund 150 Millionen US-Dollar auf dem XRP Ledger ausgegeben. Für XRP entsteht daraus jedoch kaum unmittelbare Kaufnachfrage. Der Grund: Die Fondsanteile werden direkt gegen RLUSD gehandelt. XRP wird dabei lediglich für geringe Netzwerkgebühren benötigt.
Damit erklärt sich der scheinbare Widerspruch zwischen wachsender Nutzung des Netzwerks und schwacher Tokenentwicklung. Die Ausgabe erweitert das auf dem Ledger abgebildete Fondsvermögen. Sie ist aber nicht mit einem entsprechend großen Kauf von XRP gleichzusetzen.
Fondszeichnung ist kein XRP-Kauf
Laut CoinDesk erfolgte die Aufstockung über zwei Zeichnungen von jeweils 75 Millionen US-Dollar. Die ausgegebenen sgBENJI-Token repräsentieren Anteile am in Singapur aufgelegten Franklin OnChain U.S. Dollar Short-Term Money Market Fund.
Anleger müssen deshalb zwischen dem Fondsprodukt und dem Netzwerk-Token unterscheiden. Wer sgBENJI hält, besitzt einen tokenisierten Fondsanteil und nicht XRP. Das Zeichnungsvolumen lässt sich folglich nicht als Kapitalzufluss in die Kryptowährung lesen. Auch die Verwendung desselben Ledgers ändert diesen Unterschied nicht.
XRP notiert heute bei 1,27 USD und verliert -1,8%. Die zusätzliche Fondsausgabe liefert damit bislang keinen erkennbaren Gegenimpuls zum Kursdruck. Aus der parallelen Entwicklung allein lässt sich allerdings keine Ursache für den Rückgang ableiten.
Für XRP-Anleger ist vielmehr entscheidend, ob zusätzliche Anwendungen auch zusätzliche Token-Nachfrage erzeugen. Im Fall von sgBENJI bleibt diese direkte Verbindung wegen der geringen Gebühren schwach. Ein höheres Fondsvolumen bedeutet nicht automatisch einen ähnlich starken wirtschaftlichen Nutzen für XRP.
Eine Wallet lässt Anlegerzahl offen
Die neuen Anteile gingen an eine Wallet, die dieselben acht Signaturadressen wie das Emissionskonto nutzt. Für die Genehmigung von Transaktionen reichen laut CoinDesk zwei dieser Signaturen.
Ungeklärt bleibt, ob dahinter ein einzelner Investor oder eine Verwahrung für mehrere Kunden steht. Die Konzentration auf eine Wallet belegt daher weder einen einzelnen Großanleger noch eine breite institutionelle Nachfrage. Sie zeigt zunächst nur die technische Bündelung der Anteile.
Zudem kann Franklin Templeton die Bestände auf dem XRP Ledger genehmigen, einfrieren oder zurückholen. Die Tokenisierung beseitigt die Kontrolle des Emittenten über das Fondsprodukt also nicht.
Für die Bewertung von XRP zählt damit weniger die bloße Größe der Fondsausgabe als ihr Übertragungsweg auf den Token. Die Transaktion dokumentiert die Nutzung des Ledgers für tokenisierte Fondsanteile. Einen direkten Kaufimpuls gleicher Größenordnung für XRP begründet sie nicht.
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