XRP gerät in einen geopolitischen Sog. Die Eskalation zwischen den USA und Iran drückt Risikoanlagen, im Kryptomarkt wurden Long-Positionen reihenweise aus dem Markt gespült. Besonders heikel: XRP rutschte unter die Marke von 1,30 Dollar, die zuletzt als wichtige kurzfristige Stütze galt.
Long-Trader werden hart erwischt
Der Auslöser liegt nicht allein im Chart. Berichte über US-Militärschläge gegen iranische Einrichtungen nahe der Straße von Hormus lösten breite Risikoaversion aus. Im Kryptomarkt summierten sich die Liquidationen binnen 24 Stunden auf fast 1 Milliarde Dollar, rund 93 Prozent davon entfielen auf Long-Positionen.
XRP fiel intraday bis auf 1,265 Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit Februar. Aktuell notiert der Token bei 1,30 Dollar, ein Minus von 2,10 Prozent am Tag. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Rückgang von 4,76 Prozent zu Buche.
Der Bruch der Unterstützung verschärft die Lage technisch. Die Marktkapitalisierung fiel unter 80 Milliarden Dollar und lag zuletzt bei rund 79,7 Milliarden Dollar. Spot-XRP-ETFs verzeichneten in dieser Phase keine Nettozuflüsse, was die Zurückhaltung institutioneller Käufer unterstreicht.
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Whale-Verkäufe verschärfen den Druck
Auffällig war die Aktivität großer Adressen. Innerhalb einer Stunde wurden rund 64 Millionen XRP verkauft. In dieser Phase rutschte der Preis von 1,3267 auf 1,2931 Dollar.
Das Handelsvolumen sprang daraufhin um 42,7 Prozent auf 2,45 Milliarden Dollar. Das spricht nicht nur für nervöse Marktteilnehmer, sondern auch für eine schnelle Neubewertung kurzfristiger Risiken. Kein Wunder, dass der Markt auf solche Bewegungen empfindlich reagiert.
Im größeren Bild bleibt XRP angeschlagen. Seit Jahresbeginn liegt der Token 30,73 Prozent im Minus, über zwölf Monate beträgt der Rückgang 43,93 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 1,67 Dollar liegt bei 22,12 Prozent.
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Netzwerk wächst trotz Kursstress
Abseits des Preises liefert das XRP-Ledger ein anderes Signal. Die Aktivität im Netzwerk stieg am 28. Mai um 30 Prozent. Das zeigt: Die Nutzung bricht nicht ein, obwohl der Marktpreis unter Druck steht.
Auch der Bereich tokenisierter Real-World-Assets wächst weiter. Das RWA-Volumen auf dem XRP-Ledger stieg im laufenden Jahr auf mehr als 404 Millionen Dollar, ein Plus von 78 Prozent seit Jahresanfang. Das gesamte RWA-Ökosystem auf dem Ledger erreichte ein Rekordniveau von 3,53 Milliarden Dollar.
Ripple treibt parallel den Stablecoin RLUSD voran. Dessen Gesamtangebot überstieg zuletzt 1,8 Milliarden Dollar. Für das Ökosystem ist das wichtig, weil Stablecoins eine zentrale Rolle bei Abwicklung, Liquidität und institutioneller Nutzung spielen können.
Kurzfristig bleibt die Marke von 1,30 Dollar der zentrale Bereich. Gelingt keine schnelle Rückeroberung, rückt die nächste größere Unterstützung bei 1,10 Dollar näher. Stabilisiert sich XRP dagegen oberhalb der gebrochenen Zone, würde der jüngste Ausverkauf zumindest technisch an Schärfe verlieren.
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