Der US-Senat rückt einem Kompromiss beim umstrittenen Krypto-Marktstrukturgesetz näher — und das könnte für XRP mehr bedeuten als jede On-Chain-Kennzahl. Gleichzeitig sendet das XRP Ledger ungewöhnlich starke Aktivitätssignale, während der Kurs unter dem Gewicht einer restriktiven Fed kaum vom Fleck kommt.
Der Gesetzgebungsweg und sein Zeitdruck
Die Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks haben sich laut Politico grundsätzlich auf einen Kompromiss zur Stablecoin-Yield-Frage im Digital Asset Market Clarity Act geeinigt. Alsobrooks bestätigte, dass Vergütungen auf passive Stablecoin-Guthaben ausgeschlossen bleiben. Damit könnte das Gesetz noch im April eine Anhörung im Senate Banking Committee erhalten — Senatorin Cynthia Lummis rechnet konkret mit der zweiten Aprilhälfte.
Für XRP wäre eine Verabschiedung des CLARITY Act ein regulatorischer Einschnitt: Das Asset würde formal als digitale Ware unter Bundesrecht kodifiziert — auf gleicher Stufe mit Bitcoin und Ethereum. Bereits am 17. März hatten SEC und CFTC gemeinsam eine Abschlussregel herausgegeben, die XRP als digitale Ware klassifiziert. Eine bindende Regelung durch den Kongress ginge jedoch deutlich weiter und würde die Integration durch Banken, Vermögensverwalter und Zahlungsanbieter erheblich erleichtern.
Galaxy Digitals Alex Thorn hatte Mitte März gewarnt: Passiert das Gesetz das Banking Committee nicht bis Ende April, sinken die Chancen auf eine Verabschiedung im Jahr 2026 drastisch. Der Senat steht dabei unter Zeitdruck durch unabhängige Themen wie das Voter-ID-Gesetz und die Auseinandersetzungen rund um den Iran-Konflikt.
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Was auf dem Spiel steht
Standard Chartered hatte ursprünglich ein XRP-Kursziel von 8 Dollar für 2026 ausgegeben — unter der Annahme einer Gesetzesverabschiedung, verbunden mit ETF-Zuflüssen von 4 bis 8 Milliarden Dollar bis Jahresende. Im Februar revidierte die Bank das Ziel auf 2,80 Dollar, um Verzögerungsrisiken und das schwierige Makroumfeld einzupreisen.
Spot-XRP-ETFs haben seit ihrem Start im November 2025 rund 1,4 Milliarden Dollar eingesammelt, doch die wöchentlichen Zuflüsse sanken bis Anfang März auf nur noch 1,9 Millionen Dollar — ein Tempo, das eher als Preisunterstützung denn als Wachstumstreiber wirkt.
On-Chain-Aktivität auf Rekordniveau
Parallel zur Gesetzgebungsdebatte zeigt das XRP Ledger bemerkenswerte Signale. Fehlermeldungen wegen unzureichender XRP-Reserven erreichten am 18. März mit über 370.000 ein Dreijahreshoch. AccountSet-Transaktionen kletterten am 20. März auf 114.690 — einen neuen Allzeithöchststand. Einzahlungen in automatisierte Market Maker hatten Ende Februar mit 70.730 ebenfalls einen Rekordwert markiert.
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Solche Reserve-Fehler entstehen typischerweise, wenn die DEX-Aktivität anzieht, mehr Nutzer dem Netzwerk beitreten und die Liquiditätsnachfrage steigt. Hinzu kommt eine neue „Agent Commerce“-Funktion, die KI-Agenten ermöglicht, nativ mit XRP zu transagieren.
Der 27. März als kurzfristiger Fixpunkt
Rund 14,6 Millionen Dollar an Open Interest konzentrieren sich auf den Ausübungspreis von 1,40 Dollar — fast 25 Prozent aller XRP-Optionen an der Börse, der Großteil davon mit Verfall am 27. März. Eine solche Konzentration auf einen einzelnen Strike ist ungewöhnlich.
Ob der Senatskompromiss beim CLARITY Act bis zu diesem Verfallsdatum konkrete Fahrt aufnimmt, dürfte die kurzfristige Preisdynamik maßgeblich mitbestimmen. Aktuell notiert XRP bei rund 1,45 Dollar — deutlich unter dem Niveau von 1,60 Dollar, das kurz nach dem Brasilien-Launch und der SEC-Klassifizierung am 17. März erreicht wurde, bevor die Fed-Entscheidung den Kurs wieder zurückdrückte.
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