Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF hat den Handel am Freitag mit einem kräftigen Sprung beendet. Der Fonds schloss bei 196,06 Euro, ein Plus von 2,33 Prozent gegenüber dem Vortag. Auslöser war eine Berichtssaison der großen US-Technologiekonzerne, die zuletzt für erhebliche Nervosität gesorgt hatte – und die am Freitag überraschend versöhnlich ausfiel.

Amazon und Microsoft beflügeln die Cloud-Werte

Im Zentrum der Rally stand Amazon. Der Konzern meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 200,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 19,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Das Cloud-Geschäft AWS wuchs um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden US-Dollar – das stärkste Wachstum seit vier Jahren. Amazon-Chef Andy Jassy erklärte laut Berichten des Wirtschaftsmediums Economic Times, ein Großteil der für 2027 geplanten Cloud-Kapazitäten sei bereits reserviert, ebenso Teile der Kapazität für 2028. Der Konzern hob seine Investitionsplanung für 2026 um zehn Prozent auf über 220 Milliarden US-Dollar an. Die Aktie legte am Freitag um mehr als 15 Prozent zu, mindestens fünfzehn Analysehäuser erhöhten daraufhin ihre Kursziele.

Bereits am Donnerstag hatte Microsoft für Aufsehen gesorgt: Die Aktie schoss um rund 15 Prozent nach oben, den größten Tagesgewinn seit 2008, nachdem die Cloud-Sparte Azure ein Umsatzplus von 43 Prozent gemeldet hatte. Der Auftragsbestand kletterte auf 678 Milliarden US-Dollar. Am Freitag legte der Titel noch einmal um rund drei Prozent zu. Nvidia profitierte ebenfalls von der guten Stimmung und stieg um knapp drei Prozent, wodurch der Chiphersteller Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt ablöste. Apple selbst geriet dagegen unter Druck: Die Aktie brach wegen Lieferengpässen und eines schwächer als erwarteten Wachstums im Servicegeschäft um mehr als sieben Prozent ein.

Skepsis an den hohen Investitionssummen bleibt

Nicht alle Signale aus der Berichtssaison waren positiv. Meta meldete einen Einbruch des freien Cashflows um 91 Prozent auf 784 Millionen US-Dollar und hob gleichzeitig die Investitionsplanung für 2026 auf eine Spanne von 130 bis 145 Milliarden US-Dollar an. Auch bei Alphabet drehte der freie Cashflow im zweiten Quartal 2026 erstmals seit dem Börsengang 2004 ins Negative. Jefferies-Analyst Chris Wood warnte laut Economic Times, der Investitionsboom der großen Technologiekonzerne in Rechenzentren und KI-Infrastruktur könne noch erhebliche Summen verschlingen, sollte sich die erhoffte Nachfrage nicht in gleichem Tempo einstellen.

Diese Sorge hatte den Sektor bereits im Verlauf des Julis erfasst. Der Philadelphia-Halbleiterindex verlor binnen weniger Handelstage rund zwölf Prozent, nachdem der Hedgefonds Situational Awareness des Investors Leopold Aschenbrenner wegen Nachschussforderungen einen Großteil seines rund 16 Milliarden US-Dollar schweren Aktienportfolios abstoßen musste. Der Finanzkonzern Citadel übernahm die Bestände mit einem Abschlag von mehr als zehn Prozent und verhinderte damit einen ungeordneten Ausverkauf. Aschenbrenners Fonds hatte im Juli rund 67 Prozent an Wert verloren, bleibt seit Jahresbeginn aber noch immer rund 80 Prozent im Plus und hält weiterhin eine private Beteiligung an Anthropic im Wert von 3,5 bis 5 Milliarden US-Dollar.

Kurs erholt sich, Schwankungen bleiben hoch

Für Anleger im Xtrackers AI & Big Data ETF erklärt diese Gemengelage die jüngste Kursentwicklung. Über die vergangenen 30 Tage steht trotz des Freitagssprungs noch immer ein Minus von 5,60 Prozent zu Buche – ein Nachhall der Verkaufswelle bei Halbleiter- und KI-Werten Ende Juli. Der Fonds bündelt Positionen in genau jenen Cloud- und Chipkonzernen, die zuletzt sowohl für die stärksten Kursausschläge nach oben als auch nach unten gesorgt haben. Die annualisierte Volatilität von gut 33 Prozent unterstreicht, wie nervös der Markt das Thema künstliche Intelligenz derzeit handelt.

Die Berichtssaison hat gezeigt, dass die Cloud-Sparten der großen Anbieter die hohen Investitionen bislang mit Wachstum rechtfertigen. Ob die parallel wachsende Skepsis an den Kapitalausgaben von Meta und Alphabet die Erholung erneut bremst, dürfte sich in den kommenden Wochen entscheiden.