Starke Aufträge, schwächerer Umsatz, gesenkte Prognose: Xylem verbindet seine Quartalszahlen mit einem tiefen Einschnitt ins Portfolio. Der Wassertechnik-Konzern will Applied Water International und Specialty Flow Control verkaufen und ab 2027 nur noch in drei statt vier Segmenten arbeiten.

Aufträge stark, Umsatz schwach

Der Auftragseingang stieg im dritten Quartal um 7 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar, organisch sogar um 10 Prozent. Der Umsatz gab dagegen um 3 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar nach und blieb organisch unverändert. Das Management verweist auf Projektverschiebungen und ein vorsichtigeres Ausgabeverhalten der Kunden.

Beim Gewinn fällt das Bild freundlicher aus. Der Überschuss kletterte auf 291 Millionen Dollar, je Aktie standen 1,25 Dollar zu Buche nach 0,93 Dollar im Vorjahr.

Bereinigt waren es 1,44 Dollar, ein Plus von 5 Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich um 70 Basispunkte auf 23,9 Prozent, getragen von Produktivitätsgewinnen und Preisdurchsetzung.

Prognose gekappt

Für 2026 erwartet Xylem nun einen Umsatz von rund 8,95 Milliarden Dollar. Das entspräche einem Minus von 1 Prozent, zuvor hatte der Konzern ein Plus von 2 Prozent in Aussicht gestellt. Organisch rechnet das Unternehmen mit Stagnation statt mit 2 bis 3 Prozent Wachstum.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll bei 5,40 bis 5,45 Dollar liegen. Bisher lag die Spanne bei 5,55 bis 5,70 Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge soll mit rund 23,2 Prozent um einen Prozentpunkt über dem Vorjahreswert liegen. Die Marge wächst also, der Umsatz nicht.

Fokus auf Rechenzentren und Mikroelektronik

Mit den geplanten Verkäufen will Xylem Kapital gezielt in margenstärkere Felder lenken. Als Wachstumsmärkte nennt der Konzern Rechenzentren und Mikroelektronik, dort sehe man bereits Dynamik.

Ab dem 1. Januar 2027 gliedert sich das Geschäft in Treatment and Services, Flow Solutions sowie Measurement and Analytics. Die Leitung übernehmen Rodney Aulick, Joe Johnston und Meredith Emmerich. CEO Matthew Pine spricht von einem Vorgehen „mit Dringlichkeit“, das aus einer Position der Stärke erfolge.

Bei den Verkäufen handelt es sich bislang um eine Absichtserklärung. Käufer, Preise und Zeitplan nennt das Unternehmen nicht. Marktbeobachter dürften vor allem darauf achten, ob die Erlöse den Konzernumbau finanzieren und ob der hohe Auftragseingang in den kommenden Quartalen in Umsatz mündet. Ein erster Anhaltspunkt folgt mit den Zahlen zum Schlussquartal, die den Rahmen für die Jahresziele 2026 final abstecken.