Zealand Pharma- vs. Amgen-Aktie: Dividenden-Festung gegen Biotech-Rakete

Amgen punktet mit soliden Quartalszahlen und Dividende, während Zealand Pharma als spekulative Wachstumswette auf entscheidende Studiendaten wartet. Ein Duell zwischen Stabilität und maximalem Potenzial.

Zealand Pharma Aktie
Kurz & knapp:
  • Amgen übertrifft Umsatzerwartungen mit 9,87 Mrd. USD
  • Zealand wartet auf Phase-3-Daten für Petrelintide
  • MariTide von Amgen zielt auf monatliche Anwendung
  • Zealand setzt auf alternative Amylin-Mechanismen

Der globale Wettlauf um die Vorherrschaft auf dem Zukunftsmarkt für Adipositas-Behandlungen tritt Anfang Februar 2026 in eine entscheidende Phase ein. Während die Platzhirsche der ersten Generation wie Wegovy und Zepbound den Markt noch dominieren, bringen sich weitsichtige Anleger bereits für die nächste Innovationswelle in Stellung. Im Ring stehen sich dabei zwei völlig unterschiedliche Akteure gegenüber, die derzeit massive Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Amgen, der etablierte US-Biotech-Titan, und Zealand Pharma, der agile und angriffslustige Herausforderer aus Dänemark.

Nach den frischen Quartalszahlen von Amgen am gestrigen 3. Februar und mit Blick auf die entscheidenden Phase-3-Daten von Zealand Pharma, die noch in der ersten Jahreshälfte 2026 erwartet werden, könnte der Kontrast kaum schärfer sein. Diese Analyse vergleicht den „Goliath“ der Branche mit dem „David“ der Peptid-Innovation, um zu klären: Welche Aktie hält für die kommenden Monate die besseren Karten in der Hand?

Marktreaktion: Solide Fakten gegen das große Zittern

Die letzten 48 Stunden haben die kurzfristige Stimmungslage für beide Unternehmen deutlich geschärft und die unterschiedlichen Welten aufgezeigt, in denen sich die Aktien bewegen.

Amgen lieferte am 3. Februar eine grundsolide Vorstellung ab. Mit einem Quartalsumsatz von 9,87 Milliarden US-Dollar übertraf der Konzern die Analystenschätzungen von 9,47 Milliarden US-Dollar spürbar. Die Aktie reagierte im nachbörslichen Handel mit einem leichten Aufschlag – ein klares Signal der Erleichterung. Anleger honorieren, dass das Basisgeschäft weiterhin als verlässliche Cash-Maschine fungiert, während der Markt gespannt auf Neuigkeiten zum Adipositas-Hoffnungsträger MariTide wartet. Investoren kaufen hier aktuell Stabilität, gepaart mit einer massiven Call-Option auf zukünftiges Wachstum.

Bei Zealand Pharma hingegen herrscht eine knisternde Wartehaltung. Die Aktie zeigte in den letzten sieben Tagen eine deutliche Volatilität, da der Markt nervös auf die klinischen Studiendaten wartet, die für die erste Jahreshälfte 2026 angekündigt sind. Im Gegensatz zu Amgen agiert Zealand als reines Biotech-Vehikel: Der Aktienkurs wird weniger von aktuellen Gewinnen getrieben, sondern hängt fast vollständig vom binären Ausgang der bevorstehenden klinischen Ergebnisse für die Wirkstoffe Petrelintide und Survodutide ab.

Fundamentalanalyse: Cashflow-Gigant oder Wachstums-Wette?

Der strukturelle Unterschied zwischen den beiden Unternehmen ist gewaltig. Man könnte es so formulieren: Amgen ist der breit aufgestellte Supertanker, der ruhig durch die Wellen pflügt, während Zealand das spezialisierte Schnellboot ist, das auf Geschwindigkeit setzt.

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KennzahlAmgen (AMGN)Zealand Pharma (ZEAL)
Marktkapitalisierung~185 Mrd. USD~4,5 – 5,0 Mrd. USD
HauptfokusDiversifiziert (Onkologie, Entzündungen, Adipositas)Spezialisiert (Adipositas, Seltene Krankheiten)
UmsatzstatusÜber 37 Mrd. USD (Wiederkehrende Umsätze)Getrieben durch Meilensteine & Lizenzgebühren
ProfitabilitätHochprofitabel (GAAP EPS ~14,23 USD)Investiert in Wachstum / Volatil
Dividendenrendite~2,8% – 3,0%0% (Reinvestiert Cash)
RisikoprofilNiedrig/MittelHoch / Spekulativ

Amgen bietet ein klassisches Sicherheitsnetz. Mit 14 Blockbuster-Medikamenten, die jeweils über eine Milliarde Dollar jährlich einspielen, und einer Dividende, die konsequent gesteigert wurde, spricht die Aktie konservative Anleger an. Hier erhält man Exposure zum Adipositas-Markt, ohne gleich das gesamte Kapital zu riskieren.

Zealand Pharma hingegen bietet den Hebel. Die Bewertung ist nur ein Bruchteil dessen, was Amgen auf die Waage bringt. Sollten die Medikamente erfolgreich sein, ist das Potenzial für eine Neubewertung – oder gar eine Übernahme – prozentual gesehen massiv. Doch Vorsicht: Das Risiko nach unten ist bei einem Scheitern der Studien ebenso drastisch.

Das Kern-Duell: MariTide gegen Petrelintide

Die wahre Investment-Story beider Aktien hängt an ihren unterschiedlichen wissenschaftlichen Wetten im Kampf gegen die Kilos. Doch wer hat den besseren Ansatz?

Amgens MariTide: Der monatliche Game-Changer?

Amgens Kandidat MariTide (Maridebart Cafraglutide) zielt darauf ab, das „Bequemlichkeits-Problem“ zu lösen. Aktuelle Medikamente erfordern meist wöchentliche Injektionen. MariTide ist ein Antikörper-Peptid-Konjugat, das potenziell nur monatlich oder sogar vierteljährlich verabreicht werden muss.
* Der Status: Die Phase-3-Studien (MARITIME) laufen Anfang 2026 auf Hochtouren.
* Das Bullen-Szenario: Wenn Amgen beweisen kann, dass MariTide den Gewichtsverlust mit deutlich weniger Injektionen aufrechterhält, könnte sich der Konzern einen riesigen Anteil am „Erhaltungsmarkt“ sichern – also bei Patienten, die ihr Gewicht reduziert haben, aber nicht lebenslang jede Woche spritzen wollen.
* Das Risiko: Bedenken hinsichtlich des Sicherheitsprofils (insbesondere Übelkeit und Erbrechen in früheren Studien) müssen in der Phase 3 definitiv ausgeräumt werden.

Zealands Petrelintide: Der alternative Mechanismus

Zealand wettet darauf, dass die Welt eine Alternative zu den gängigen GLP-1-Agonisten braucht. Ihr Hauptkandidat Petrelintide ist ein lang wirkendes Amylin-Analogon.
* Der Status: Partnerschaft mit Roche (ein Deal im Wert von bis zu 5,3 Mrd. USD). Topline-Daten der Phase 2b (ZUPREME-1) stehen in der ersten Jahreshälfte 2026 unmittelbar bevor.
* Das Bullen-Szenario: Amylin wirkt anders als GLP-1. Es könnte einen qualitativ hochwertigeren Gewichtsverlust ermöglichen (durch den Erhalt von mehr Muskelmasse) und, was entscheidend ist, weniger gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit verursachen. Dies würde es zum „Mittel der Wahl“ für Patienten machen, die Ozempic oder Wegovy nicht vertragen.
* Der Bonus: Zealand hat mit Survodutide (in Partnerschaft mit Boehringer Ingelheim) noch ein zweites Eisen im Feuer. Dieser Glucagon/GLP-1-Agonist erwartet ebenfalls bald Phase-3-Daten. Zealand hat also gleich „zwei Schüsse aufs Tor“.

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Burggräben: Marktmacht gegen Innovationskraft

Amgen verlässt sich auf seine massive Produktions- und Vertriebsinfrastruktur. Der Konzern kann ein Medikament praktisch über Nacht auf den globalen Märkten ausrollen. Ihr „Burggraben“ ist ihre schiere Größe und die Fähigkeit, MariTide mit anderen Behandlungen im Portfolio (z. B. Herz-Kreislauf-Medikamente) zu bündeln. Der jüngste Earnings-Call unterstrich, dass man bereits den kommerziellen Boden für eine potenzielle Markteinführung bereitet.

Zealand Pharma setzt dagegen auf Innovationsagilität und Partnerschaften. Das Unternehmen plant nicht, die Medikamente selbst weltweit zu vertreiben; sie erfinden sie und partnern dann mit Riesen wie Roche oder Boehringer Ingelheim. Dieses „Intel Inside“-Modell reduziert das kommerzielle Risiko erheblich, deckelt aber auch das Gewinnpotenzial auf Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen. Die Partnerschaft mit Roche validiert jedoch die Technologie eindrucksvoll – ein Pharmariese hätte keine Milliarden zugesagt, wenn die frühen Daten nicht überzeugend gewesen wären.

Was sagen die Charts und Analysten?

Amgen (Technischer Ausblick)

  • Trend: Die Aktie befindet sich in einer Konsolidierungsphase. Die Reaktion nach den Zahlen zeigt eine solide Unterstützung im Bereich von 330 bis 340 US-Dollar.
  • Widerstand: Für die Wiederaufnahme des langfristigen Aufwärtstrends ist ein entscheidender Ausbruch über die Marke von 350 US-Dollar notwendig.
  • Stimmung: Die Wall Street gibt sich „vorsichtig optimistisch“. Der Quartals-Beat war gut, aber jedem ist klar, dass der Aktienkurs im Jahr 2026 primär von Updates zu MariTide abhängen wird.

Zealand Pharma (Technischer Ausblick)

  • Trend: Ein starker Aufwärtstrend über die letzten 12 Monate, wobei die Gewinne derzeit im Bereich von 420-440 DKK konsolidiert werden.
  • Volatilität: Anleger müssen sich auf massive Ausschläge einstellen. Positive Studiendaten könnten die Aktie sofort auf neue Allzeithochs katapultieren; negative Ergebnisse könnten den Kurs halbieren.
  • Stimmung: Es herrscht hohe Überzeugung unter spezialisierten Biotech-Investoren, während Generalisten noch auf die Bestätigung durch die Phase 3 warten.

Für wen eignet sich welche Aktie?

Das Plädoyer für Amgen (Die „sichere“ Wette)

Man kauft Amgen, wenn man glaubt, dass sich der Adipositas-Markt fragmentieren wird und man ein Stück vom Kuchen abhaben möchte, ohne Haus und Hof zu verwetten. Selbst wenn MariTide nur ein moderater Erfolg wird, stützt das Basisgeschäft (mit Medikamenten wie Prolia oder Repatha) die aktuelle Bewertung. Die Prognose für 2026 (EPS 21,60 – 23,00 USD) zieht einen soliden Boden ein.
* Ideal für: Dividendenjäger, Pensionsfonds und risikoscheue Wachstumssucher.

Das Plädoyer für Zealand Pharma (Die „Alpha“-Wette)

Man kauft Zealand, wenn man davon überzeugt ist, dass das aktuelle GLP-1-Monopol Schwächen hat (Muskelschwund, Verträglichkeit) und Amylin die Lösung darstellt. Zealand ist eine reine Forschungs- und Entwicklungsmaschine. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 5 Milliarden Dollar ist das Unternehmen zudem ein erstklassiges Übernahmeziel für Big-Pharma-Konzerne, denen eine eigene Pipeline im Bereich Adipositas fehlt. Die anstehenden Daten der ersten Jahreshälfte 2026 sind ein binärer Katalysator, der dreistellige Renditen oder signifikante Verluste generieren kann.
* Ideal für: Biotech-Spezialisten, aggressive Wachstumsportfolios und Anleger, die sich gegen die Dominanz der aktuellen GLP-1-Mittel absichern wollen.

Fazit: Reich bleiben oder reich werden?

Der Kampf zwischen Amgen und Zealand Pharma ist ein klassisches Beispiel für Asymmetrie an der Börse. Amgen hat mit seinen Zahlen zum vierten Quartal 2025 gerade erst bewiesen, dass es eine finanzielle Festung ist, die ihre Ambitionen im Adipositas-Bereich aus eigener Kraft finanzieren kann. Es ist die Aktie, die man besitzt, um „reich zu bleiben“.

Zealand Pharma hingegen repräsentiert das Potenzial des Sektors, „reich zu werden“. Das Unternehmen verkauft noch kein Produkt, sondern das Versprechen eines besseren biologischen Mechanismus. Mit kritischen Datenveröffentlichungen, die fest für die erste Jahreshälfte 2026 eingeplant sind, ist Zealand zweifellos der spannendere, wenn auch gefährlichere Trade.

Das Urteil:
* Wählen Sie Amgen für Stabilität, Dividenden und eine „Gratis-Option“ auf die monatliche Abnehm-Spritze.
* Wählen Sie Zealand Pharma für maximales Exposure gegenüber dem nächsten wissenschaftlichen Durchbruch beim Abnehmen (Amylin) – vorausgesetzt, Sie haben den Magen für das binäre Risiko klinischer Studien.

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