Siebtes Wachstumsquartal in Folge, und zwar in Serie: Zenatech hat seinen Umsatz seit Ende 2024 mehr als verdreizehnfacht. In einem Aktionärsbrief legt CEO Shaun Passley dar, wie das Unternehmen vom Softwareentwickler zum Betreiber einer Drohnen-Dienstleistungsplattform werden will.
Zukäufe treiben die Erlöse
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 316 Prozent auf 9,3 Millionen kanadische Dollar. Im ersten Halbjahr kamen 17,7 Millionen zusammen, mehr als im gesamten Jahr 2025. Hauptmotor ist das Geschäft mit Drone as a Service (DaaS), das rund 93 Prozent der Quartalserlöse beisteuerte.
Das Wachstum kommt vor allem aus Übernahmen. Zenatech kauft etablierte Vermessungs- und Ingenieurbüros und rüstet sie mit Drohnen, LiDAR und zentraler Datenauswertung aus. Die Zahl der DaaS-Akquisitionen stieg bis heute auf 29, zuletzt kam Georgia hinzu.
In 14 US-Bundesstaaten ist das Unternehmen mittlerweile präsent. Für unterzeichnete Kaufangebote in den USA, Kanada und Australien stellt das Management im ersten Jahr nach Abschluss rund 40 Millionen Dollar zusätzlichen Umsatz in Aussicht.
Die Kehrseite räumt Passley selbst ein: Die Betriebskosten stiegen mit Personal, zugekauften Firmen und Börsenpräsenz. Skalierung müsse sich letztlich in besserer Hebelwirkung niederschlagen. Die Softwaresparte bleibt klein, ihr Umsatz lag im Quartal bei rund 0,7 Millionen Dollar.
Verteidigung als langfristige Wette
Parallel treibt das Unternehmen sein Rüstungsportfolio voran. Mehrere ZenaDrone-Modelle sind in die Cybersecurity-Phase der Blue-UAS-Zertifizierung vorgerückt, die Voraussetzung für US-Beschaffungen. Eine US-Verteidigungsbehörde hat erstmals eine Demonstration angefragt.
Der Abfangdrohne Interceptor P-1 mit einem angepeilten Verkaufspreis unter 5.000 US-Dollar läuft in der Flugerprobung. In der Westukraine entsteht zudem ein Test- und Produktionsstandort. Umsätze aus dem Verteidigungsgeschäft gibt es bislang nicht.
Finanzpolster und Portfolioschnitt
Nach der Kapitalaufnahme im Mai verfügte Zenatech Ende Juni über 12,2 Millionen Dollar Barmittel, inklusive Wertpapieren waren es 34,6 Millionen. Das Eigenkapital legte um 34 Prozent auf 91,4 Millionen zu. Im Juni nahm der Russell 3000 die Aktie auf.
Separat meldete das Unternehmen den vollständigen Verkauf seiner Beteiligung an Plurilock Security. Zenatech trennte sich am 29. und 30. September von knapp 15 Millionen Aktien zu 0,21 bis 0,22 Dollar je Titel und besitzt keine Anteile mehr.
Für das zweite Halbjahr stehen der Abschluss der signierten Übernahmen, die Blue-UAS-Zertifizierung und der Ausbau der Fertigung in Arizona, Sharjah und Taipeh auf der Agenda. Ob die Kosten je Auftrag durch Drohneneinsatz tatsächlich sinken, muss das Unternehmen in den kommenden Quartalszahlen belegen.
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