ZIM rechnet nach dem Untergang der gecharterten Contship Jet vor Bulgarien vorläufig nur mit minimalen finanziellen Schäden. Wie ShippingWatch heute berichtet, will das Unternehmen ein Ersatzschiff sichern und den Dienst aufrechterhalten. Für Anleger steht damit die Fortführung der Verbindung im Mittelpunkt. Die Einschätzung zu den finanziellen Folgen bleibt vorläufig; der Verlust des Schiffes und seiner Ladung ist dagegen bestätigt.

Ersatzschiff soll Verbindung sichern

Die Contship Jet gehörte nicht ZIM, sondern war von dem Unternehmen gechartert. Diese Unterscheidung ist für die Einordnung des Vorfalls wesentlich: Untergegangen ist ein für ZIM eingesetztes Schiff, kein Schiff im Eigentum des Unternehmens.

ZIM sucht Ersatz, um den Kundendienst fortzuführen. Die Contship Jet war auf der Verbindung zwischen der Levante und dem Schwarzen Meer eingesetzt. Ihre letzte Reise führte von Haifa nach Constanța. Die Ersatzsuche soll daher nicht nur verlorene Transportkapazität ausgleichen, sondern die Fortführung dieses Dienstes ermöglichen.

Die ZIM-Aktie steht heute mit -3,6% unter Druck. Das steht im Kontrast zur vorläufigen Einschätzung des Unternehmens, das nur minimale finanzielle Schäden erwartet. Diese Einschätzung ist allerdings noch keine abschließende Bezifferung der Folgen.

Besatzung nach Drohnenangriff gerettet

Das griechische, unter liberianischer Flagge fahrende Schiff wurde am Mittwoch von drei Seedrohnen getroffen und sank gestern. An Bord befanden sich 421 Container. Der Angriff ereignete sich in Bulgariens ausschließlicher Wirtschaftszone außerhalb der Hoheitsgewässer.

Alle Besatzungsmitglieder wurden gerettet und nach Varna gebracht. Bulgarische Marinekräfte führten die Rettung mit Unterstützung eines französischen Seeaufklärungsflugzeugs durch. Contships Management bestätigte gestern den Angriff und den anschließenden Untergang des schwer beschädigten Schiffes.

Mit der Contship Jet ging auch ihre Ladung verloren. Dazu gehörten nach ersten Berichten Lithium-Ionen-Batterien sowie brennbare und ätzende Stoffe. Bulgarische Erstkontrollen ergaben keine sichtbare Meeresverschmutzung. Die Umweltfolgen waren damit jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Sicherheitsrisiko reicht über Einzelfall hinaus

Verantwortliche und Motiv des Angriffs sind unbekannt. ZIM-Arbeiterkomiteechef Oren Caspi erklärte, es gebe keinen Hinweis auf einen Angriff wegen der Verbindung des Schiffes zu ZIM. Eine solche Verbindung als erwiesenes Tatmotiv darzustellen, wäre daher nicht gerechtfertigt.

Zugleich handelt es sich nicht um einen isolierten Sicherheitsvorfall in der Region. Bulgarische Behörden meldeten für Oktober mindestens sechs angegriffene Schiffe vor der Küste. Für ZIM treffen damit eine vorläufig geringe erwartete finanzielle Belastung und ein anhaltendes Sicherheitsrisiko auf der betroffenen Route zusammen. Entscheidend für die operative Bewältigung ist die angekündigte Suche nach einem Ersatzschiff.