Zscaler hat die Woche mit einer spürbaren Erholung beendet. Der Kern der Geschichte bleibt trotzdem ein Bewertungsreset. Nach dem Ausblick des Cloud-Sicherheitsanbieters haben mehrere Analysten ihre Kursziele gesenkt. Das trifft eine Aktie, die mit hohen Erwartungen in die Zahlen gegangen war.
Der Konflikt ist klar: Operativ wächst Zscaler weiter stark. Der Markt schaut aber härter auf Cashflow, Investitionen und die Frage, wie belastbar das Wachstum nach dem nächsten Geschäftsjahr bleibt.
Analysten senken die Messlatte
Die jüngste Bewegung wurde vor allem durch neue Kurszielkürzungen geprägt. Mehrere Häuser bleiben zwar grundsätzlich positiv, setzen die Erwartungen aber deutlich niedriger an.
- Wells Fargo senkte das Kursziel auf 180 Dollar von 210 Dollar und bleibt bei „Übergewichten“.
- Berenberg kürzte das Ziel auf 200 Dollar von 320 Dollar und hält an „Kaufen“ fest.
- Jefferies führt die Aktie mit „Kaufen“ und einem Ziel von 200 Dollar.
- Morgan Stanley reduzierte das Kursziel auf 145 Dollar von 155 Dollar und bleibt bei „Halten“.
Auch UBS, RBC Capital, Mizuho Securities und BMO Capital passten ihre Ziele nach unten an. Das Signal ist eindeutig: Nicht das aktuelle Wachstum steht im Zentrum der Kritik, sondern die Profitabilität der nächsten Phase.
Starke Zahlen, schwächerer Cashflow-Ausblick
Im dritten Geschäftsquartal steigerte Zscaler den Umsatz auf 850,5 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der jährlich wiederkehrende Umsatz erreichte 3,525 Milliarden Dollar und legte ebenfalls um 25 Prozent zu. Das zeigt, dass die Nachfrage nach Zero-Trust-Sicherheit, SASE-Lösungen und KI-Security weiter robust bleibt.
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Auch der freie Cashflow lag höher. Zscaler erzielte 136,0 Millionen Dollar, nach 119,5 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.
Für das laufende Schlussquartal stellt das Management Erlöse von 875 bis 878 Millionen Dollar in Aussicht. Das würde einem Wachstum von rund 22 Prozent entsprechen.
Für das Geschäftsjahr 2026 hob Zscaler den Umsatzblick auf gut 3,33 Milliarden Dollar an. Auf den ersten Blick klingt das solide.
Der Haken liegt beim Cashflow. Die erwartete Free-Cashflow-Marge sinkt auf 22,8 bis 23,3 Prozent.
Bislang hatte die Spanne bei 26,5 bis 27,0 Prozent gelegen. Als Grund nennt Zscaler höhere Investitionen, die gemessen am Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich liegen sollen.
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Kurserholung reicht nicht aus
Am Freitag schloss die Aktie bei 119,78 Euro und gewann 7,12 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 23,91 Prozent.
Die Erholung wirkt damit eher wie eine Gegenbewegung nach dem Ausverkauf. Nach den Zahlen war die US-Notierung an einem einzigen Handelstag um 31,52 Prozent eingebrochen.
Das größere Kursbild bleibt angeschlagen. Seit Jahresanfang liegt die Aktie 36,36 Prozent im Minus, über zwölf Monate summiert sich der Verlust auf 45,95 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 292,00 Euro ist der Kurs weit entfernt.
Technisch bleibt der Abstand zu wichtigen Durchschnittslinien ein Belastungsfaktor. Die Aktie notiert unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 124,07 Euro und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 189,85 Euro.
Auffällig ist auch die hohe Schwankung. Der RSI liegt bei 69,9, die annualisierte 30-Tage-Volatilität bei 114,01 Prozent.
Nächste Termine werden zur Vertrauensprobe
Die nächsten festen Termine sind keine neuen Quartalszahlen, sondern Investorenkonferenzen. Zscaler tritt am 2. Juni bei Baird, am 3. Juni bei Bank of America und am 15. Juni bei FBN auf.
Dort dürfte das Management vor allem erklären müssen, warum die niedrigere Cashflow-Marge kein strukturelles Problem ist. Gelingt diese Einordnung, bekommt die Freitagserholung mehr Substanz. Ohne überzeugende Antworten bleibt der jüngste Anstieg vor allem eine technische Reaktion auf einen harten Reset.
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