Die Aktie des französischen Serverspezialisten 2CRSI erholt sich deutlich. Nach dem Handelsstopp am Montag geht es jetzt kräftig nach oben. Der Kurs legte am Mittwoch um knapp zehn Prozent auf 33 Euro zu. Auslöser: eine scharfe Auseinandersetzung mit einem Shortseller.
Der Aktienkurs hatte zuvor massiv gelitten. Ein Bericht von Grizzly Research LLC stellte die Geschäftspraxis von 2CRSI infrage. Das Unternehmen forderte daraufhin eine Handelsunterbrechung. Drei Tage Pause reichten, um eine Gegendarstellung zu veröffentlichen. Am 19. Juni legte 2CRSI eine detaillierte Richtigstellung vor. Punkt für Punkt widerlegte der Hersteller die Vorwürfe – mit Verweis auf geprüfte Bilanzen, reale Kunden und nachvollziehbare Lieferketten.
Ein Großauftrag als Beleg
2CRSI stellt Hochleistungsserver her. Der Schwerpunkt liegt auf KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur. Genau da setzt das Unternehmen an, um die Shortseller-Vorwürfe zu entkräften. Im Juni meldete 2CRSI einen millionenschweren Auftrag: 194 Server vom Typ Godì Blackwell Ultra, verkauft an ein deutsches Systemhaus. Der Kaufpreis: 110 Millionen Euro – und vollständig vom Kunden bezahlt.
Das ist nicht nur ein starkes Geschäft. Es ist auch ein Beleg dafür, dass reale Produkte fließen. Das Unternehmen hofft, so das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
Kurserholung mit Vorsicht
Der Rücksetzer war heftig. Innerhalb einer Woche verlor die Aktie 25 Prozent. Auf Monatssicht beträgt das Minus 33 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt 44 Prozent unter dem Rekordhoch von 59,80 Euro Anfang Juni. Auch der 50-Tage-Durchschnitt von 42,56 Euro bleibt in weiter Ferne.
Die Luft nach oben ist also dünn. Der RSI von knapp 40 signalisiert noch keine Überhitzung. Aber die extreme Volatilität von jährlich 180 Prozent zeigt: Die Aktie bleibt ein Nervenspiel. Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob die Erholung trägt – oder ob weitere Shortseller-Berichte folgen.
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