2CRSI kämpft an zwei Fronten. Während der Server-Spezialist als Teil des ÆTHER-Konsortiums eine europäische KI-Gigafactory plant, lasten schwere Vorwürfe auf dem Aktienkurs. Das Vertrauen der Anleger ist massiv erschüttert.

Die Aktie verliert am Donnerstag rund 7,5 Prozent und notiert bei 30,50 Euro. Innerhalb eines Monats brach der Kurs um fast 42 Prozent ein. Das Papier notiert damit fast die Hälfte unter seinem Jahreshoch vom Juni.

KI-Großprojekt in Straßburg

Das ÆTHER-Konsortium hat seine Gründungsmitglieder offiziell präsentiert. Ziel ist eine souveräne Infrastruktur für künstliche Intelligenz in Europa. 2CRSI übernimmt in diesem Bündnis die Rolle des Hardware-Lieferanten.

Die Projektgesellschaft verhandelt aktuell über zwei Industriestandorte in der Region Straßburg. Das erste Rechenzentrum soll 2027 den Betrieb aufnehmen. Voraussetzung ist, dass die Grundstückskäufe bis Ende Oktober 2026 abgeschlossen sind.

Die Anlagen starten mit einer Kapazität von 42 Megawatt. Innerhalb eines Jahres soll die Leistung verdoppelt werden. Langfristig plant das Konsortium eine Skalierung auf über 400 Megawatt.

Schwere Vorwürfe belasten

Hinter dem operativen Vorstoß stehen drängende Fragen zur Bilanz. Ein Bericht des Short-Sellers Grizzly Research setzte das Unternehmen unter Druck. 2CRSI bestreitet die Vorwürfe zwar energisch, der Markt reagiert aber skeptisch.

Zusätzlich läuft seit Ende Juni eine unabhängige Prüfung. Es geht um einen Großauftrag über 110 Millionen Euro mit einem deutschen Kunden. 2CRSI will damit beweisen, dass die Transaktion tatsächlich stattgefunden hat.

Die Bestätigung durch externe Quellen soll für Klarheit sorgen. Das Management reagierte mit diesem Schritt auf Vorwürfe gegen die Geschäftstätigkeit. Bisher konnte diese Transparenzoffensive den Abwärtstrend der Aktie nicht stoppen.

Bis Ende Oktober 2026 muss der erste Standort in Straßburg rechtlich gesichert sein. Gelingt der Kauf nicht fristgerecht, wackelt der Zeitplan für das gesamte Gigafactory-Projekt. Parallel dazu warten Marktteilnehmer auf das Ergebnis der Sonderprüfung zum Millionen-Auftrag.