2CRSI wehrt sich gegen schwere Vorwürfe. Der französische Server-Spezialist veröffentlichte eine detaillierte Antwort auf einen kritischen Bericht von Grizzly Research. Anleger reagieren dennoch nervös. Die Aktie verlor am Donnerstag im Tagesgeschäft fast zehn Prozent an Wert.

Klarheit beim Umsatz und Kundennetzwerk

Das Unternehmen widerspricht den Darstellungen zur eigenen Umsatzstruktur massiv. Nach dem Verkauf der Sparte Boston Limited im Juni 2023 stiegen die Einnahmen in den USA deutlich an. Kritiker hatten zuvor die Herkunft und Nachhaltigkeit dieser Erlöse hinterfragt.

Besonders die Beziehung zu Firmen wie NewYork GreenCloud stand im Fokus der Kritik. 2CRSI stellt klar: Es bestehen keine Kapitalbeteiligungen an diesen Unternehmen. Die Geschäftsbeziehungen beschränken sich auf ein klassisches Lieferanten-Kunden-Verhältnis.

Projektpläne und Liefertermine im Fokus

Ein weiterer Streitpunkt betrifft geplante Server-Lieferungen für das Jahr 2026. Grizzly Research vermutete einen Projektstart erst deutlich später. 2CRSI sieht darin keinen Widerspruch. Server werden oft geliefert, bevor ein Rechenzentrum den vollen Betrieb aufnimmt.

Parallel dazu läuft eine externe Prüfung. Ein deutsches Vertragswerk wird von unabhängigen Stellen untersucht. Diese kontrollieren die Existenz der Aufträge und die tatsächlichen Zahlungsströme über Bankbestätigungen. Ergebnisse dieser Verifizierung sollen zeitnah folgen.

Fokus auf Künstliche Intelligenz

Inmitten der Turbulenzen treibt das Management neue Projekte voran. Der Konzern bewirbt sich im Rahmen eines Konsortiums um EU-Fördergelder für KI-Großprojekte. In der Region Straßburg verhandelt 2CRSI bereits über zwei Standorte für neue Rechenzentren.

Die Aktie notiert aktuell bei 24,14 Euro. Innerhalb der letzten 30 Tage ist der Wert um rund 47 Prozent eingebrochen. Sobald die Ergebnisse der unabhängigen Vertragsprüfung vorliegen, will das Unternehmen diese über die regulären Finanzkanäle veröffentlichen.