Der Vorstandsvorsitzende von 7C Solarparken bleibt seinem Unternehmen als Käufer treu. Zugleich ist ein wichtiges Finanzierungsinstrument der Gesellschaft ausgelaufen, ohne dass ein Nachfolgebeschluss bereits vorliegt. Beide Entwicklungen fallen in eine Woche, in der die Aktie technisch weiter Stärke zeigt.
De Proost greift wieder zu
Laut einer BaFin-Meldung erwarb CEO Steven De Proost in zwei Tranchen am 30. Juni und 1. Juli 2026 insgesamt 99.949 eigene Aktien über Xetra. Die Durchschnittskurse lagen bei 1,65 Euro beziehungsweise 1,72 Euro je Anteilsschein. Damit setzt sich eine Reihe von Insiderkäufen fort, die seit Monaten regelmäßig gemeldet wird. Für Anleger ist ein solches Verhalten des Führungsspitze traditionell ein Signal, dass das Management den eigenen Kurs für attraktiv hält – auch wenn ein einzelner Kauf allein keine Kursgarantie darstellt.
Genehmigtes Kapital 2021 ausgelaufen
Parallel dazu ist die Ermächtigung des Vorstands zur Erhöhung des Grundkapitals, bekannt als „Genehmigtes Kapital 2021“, planmäßig ausgelaufen. Sie erlaubte Kapitalerhöhungen gegen Bar- oder Sacheinlagen von bis zu 34.710.215,00 Euro. Für künftige Kapitalmaßnahmen dieser Art benötigt das Unternehmen nun einen neuen Beschluss der Hauptversammlung. Solange dieser nicht gefasst ist, fehlt 7C Solarparken formal ein schneller Zugriff auf frisches Eigenkapital über diesen Weg – ein Punkt, der für ein Unternehmen mit kapitalintensivem Ausbau von Solarparks durchaus Beachtung verdient.
Zahlen übertreffen die eigene Prognose
Der operative Hintergrund bleibt solide. Für das erste Quartal 2026 meldete das Unternehmen ein EBITDA von 7,7 Millionen Euro, nach 8,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Damit übertraf 7C Solarparken die eigene Zwischenprognose von 5,9 Millionen Euro deutlich. Der Umsatz sank im gleichen Zeitraum um 3 Prozent auf 10,3 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte der Vorstand die Guidance: Umsatzerlöse von 66,5 Millionen Euro, ein EBITDA von 50,0 Millionen Euro und ein Cashflow je Aktie von 0,50 Euro.
Auf der Hauptversammlung in Köln beschlossen die Aktionäre zudem, den Bilanzgewinn 2025 von 9,2 Millionen Euro vollständig zu thesaurieren. Für das Geschäftsjahr 2025 fließt damit keine Dividende, die Mittel sollen stattdessen in den Kapazitätsausbau fließen. Der nächste tiefere Einblick in die Geschäftsentwicklung folgt mit dem Halbjahresbericht 2026, dessen Veröffentlichung für den 23. September 2026 angesetzt ist.
Kursbild bleibt konstruktiv
Charttechnisch hatte die Aktie Mitte Juli die 200-Tage-Linie nach oben gekreuzt, was in Marktkommentaren als möglicher langfristiger Trendwechsel gewertet wurde. Die aktuellen Kursdaten stützen dieses Bild zumindest teilweise: Der Titel notiert mit 3,84 Prozent oberhalb seines 200-Tage-Durchschnitts. Zum Schlusskurs von 1,76 Euro klafft allerdings noch eine Lücke von 11,78 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 2,00 Euro, das Mitte April markiert wurde. Die Aktie bewegt sich damit in einem Korridor, der einerseits die mittelfristige Erholung seit dem Jahrestief im November 2025 widerspiegelt, andererseits noch deutlichen Abstand zum bisherigen Jahreshoch zeigt.
Für Anleger verdichten sich damit mehrere Signale: ein CEO, der weiter in die eigene Aktie investiert, operative Zahlen über Plan, eine bewusste Entscheidung gegen die Dividende zugunsten von Wachstumsinvestitionen – und ein auslaufendes Kapitalinstrument, dessen Erneuerung die nächste Hauptversammlung entscheiden muss.
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