Der schwedische Haushaltsgeräte-Riese Electrolux gerät immer stärker unter Druck. Mit BlackRock kehrt nun einer der mächtigsten Leerverkäufer auf das Parkett zurück. Die Aktie notiert bereits gefährlich nahe am Jahrestief.

BlackRock Financial Management hat offiziell eine Leerverkaufsposition von 0,63 Prozent des Kapitals gemeldet. Das entspricht rund 5,2 Millionen Aktien. Damit überschreitet der Vermögensverwalter wieder die Meldeschwelle der schwedischen Finanzaufsicht.

Insgesamt wetten nun fünf institutionelle Investoren gegen Electrolux. Die gesamte Short-Quote kletterte damit auf 9,14 Prozent. Der Aktienkurs verlor derweil am Mittwoch moderat auf 24,60 SEK.

Branchenkrise setzt Electrolux zu

Die gesamte Branche für Haushaltsgeräte kämpft mit einem massiven Nachfragerückgang. Der US-Konkurrent Whirlpool kappte kürzlich seine Gewinnprognose und strich die Dividende. Hohe Rohstoffpreise und die schwindende Kaufkraft der Konsumenten belasten die Bilanzen der Hersteller.

Electrolux spürte diesen Gegenwind bereits im ersten Quartal deutlich. Statt des erwarteten Gewinns meldete das Unternehmen einen Verlust von 0,38 Dollar je Aktie. Der Umsatz blieb mit rund 3,2 Milliarden Dollar hinter den Markterwartungen zurück.

Besonders in Europa verschärft sich die Lage. In Italien sank das Produktionsvolumen seit 2010 von 30 Millionen auf unter 10 Millionen Geräte. Hohe Energiekosten im Vergleich zu asiatischen Wettbewerbern zwangen das Management bereits zu schmerzhaften Stellenstreichungen.

Technische Warnsignale

Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 65 Prozent an Wert verloren. Der aktuelle Kurs liegt fast 60 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 59,22 SEK. Das unterstreicht die Schwere des bisherigen Abverkaufs.

Mit einem RSI-Wert von 27,7 gilt das Papier rein technisch als überverkauft. Dennoch lastet die hohe Short-Quote schwer auf dem Kurs. Leerverkäufer setzen offenbar darauf, dass der Boden noch nicht erreicht ist.

Die Aktie kämpft nun mit der Unterstützung bei 23,90 SEK. Ein dauerhaftes Unterschreiten dieser Marke würde das nächste Verkaufssignal generieren. Anleger blicken auf die nächste Bilanzvorlage, um Anzeichen für eine operative Stabilisierung zu finden.