Die Aktie des schwedischen Hausgeräteherstellers schoss am 30. Januar 2026 um 22,64% nach oben – eine der stärksten Tagesbewegungen der jüngeren Unternehmensgeschichte. Der Grund: Electrolux überraschte mit einem deutlichen Margenwachstum im vierten Quartal 2025, trotz massiver Gegenwinds in Nordamerika.
Das operative Ergebnis kletterte auf 1.517 Millionen SEK, verglichen mit nur 1.052 Millionen SEK im Vorjahresquartal. Die operative Marge expandierte von 2,8% auf 4,3%. Für das Gesamtjahr 2025 erreichte Electrolux ein operatives Ergebnis von 3,7 Milliarden SEK (2,8% vom Umsatz) – ein gewaltiger Sprung gegenüber 1,1 Milliarden SEK (0,8%) im Jahr 2024.
Kostenschere greift gnadenlos
Das Herzstück der Erholung: Ein brutales Sparprogramm. Electrolux drückte die Kosten 2025 um 4 Milliarden SEK – das obere Ende der eigenen Zielspanne. Die Einsparungen resultierten hauptsächlich aus beschleunigten Produktkostensenkungen, aggressiverer Beschaffung aus Low-Cost-Ländern und Effizienzsteigerungen in der Produktion.
Allein im vierten Quartal steuerten Kosteneinsparungen 1,2 Milliarden SEK zum Ergebnis bei. CEO Yannick Fierling hat mit seinem Team eine streng strukturierte „Cost Excellence“-Maschinerie aufgebaut, die systematisch durch Engineering, Beschaffung und Produktion fegt.
Der Cashflow zeigte die Wirkung: Im vierten Quartal flossen 5,2 Milliarden SEK in die Kassen – fast das Doppelte des Vorjahres. Haupttreiber war ein massiver Lagerabbau von 3 Milliarden SEK. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA verbesserte sich von 3,4x auf 3,0x.
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Europa glänzt, Nordamerika blutet
Die regionalen Unterschiede könnten kaum krasser sein. In Europa, Asien-Pazifik, dem Nahen Osten und Afrika wuchs der organische Umsatz um 3,6%, obwohl der Gesamtmarkt um 1% schrumpfte. Electrolux und AEG gewannen Marktanteile, die operative Marge schoss von 3,7% auf 6,3%.
Lateinamerika lieferte mit einer Marge von 11,5% (Vorjahr: 8,0%) sogar noch beeindruckendere Zahlen. Allerdings half hier eine einmalige, hohe Lieferantenrückvergütung am Jahresende – nicht materiell für den Konzern, aber bedeutsam für die Region.
Das Sorgenkind bleibt Nordamerika. Der organische Umsatz sank um 1,7%, nachdem er im Vorjahresquartal noch um 17% gestiegen war. Das Segment rutschte mit einem Verlust von 312 Millionen SEK in die roten Zahlen, nach einem Plus von 45 Millionen SEK im Vorjahr.
Zoll-Chaos frisst Gewinne
Der Hauptgrund für das Nordamerika-Desaster: US-Zölle und Währungseffekte. Importierte Fertigwaren aus Südostasien werden mit 15-20% belastet, aus China sogar mit 55-60%. Electrolux hatte in den ersten drei Quartalen 2025 Preiserhöhungen durchgesetzt, um die Zölle zu kompensieren.
Doch im vierten Quartal brach die Strategie zusammen. Der Black Friday brachte einen beispiellosen Preiskampf. Electrolux musste seine zuvor implementierten Preiserhöhungen zurücknehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben – während asiatische Konkurrenten trotz massiver Zollbelastungen nicht reagierten.
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Nach Black Friday erholten sich die Preise zwar wieder auf Vorjahresniveau, aber das reicht nicht, um die Zölle zu kompensieren. CFO Therese Friberg bestätigte: „Wir sehen keine Preiserhöhungen, die die aktuelle Zollstruktur widerspiegeln würden.“
2026: Mehr vom Gleichen
Für 2026 stellt Electrolux weitere 3,5 bis 4 Milliarden SEK an Kosteneinsparungen in Aussicht. Die externe Belastung durch Zölle bleibt „signifikant negativ“, besonders in der ersten Jahreshälfte. Ab dem zweiten Halbjahr relativiert sich der Effekt auf Jahresbasis, da die Zölle dann auch 2025 belastet hatten.
Organisches Wachstum erwartet das Management bei Volumen und Mix – die Preisentwicklung dürfte aber negativ bleiben. In Europa drücken neue asiatische Anbieter im Niedrigpreissegment, während Electrolux sich auf Core-Plus und Premium konzentriert.
Die Investitionen steigen: Rund 4 Milliarden SEK fließen 2026 in Innovationen und Marketing. Parallel kündigt Electrolux am 30. Januar organisatorische Veränderungen an, um „Komplexität zu reduzieren und näher am Konsumenten zu sein“.
Die Nettoverschuldung bleibt mit 3,0x EBITDA auf hohem Niveau. CEO Fierling räumte ein: „Wie jedes Unternehmen in dieser Situation evaluieren wir ständig unsere Kapitalstruktur.“
Eine Dividende für 2025? Fehlanzeige. Der Vorstand schlägt null vor.
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