Abgeltungssteuer soll abgeschafft werden

Abgeltungssteuer soll abgeschafft werden
Mehreinnahmen für den Bund auf Kapitalerträge
 

Vor allem unter Spitzenverdienern ist die Abgeltungssteuer sehr beliebt. Statt des üblichen Steuersatzes entrichten alle Menschen – ob Spitzen- oder Geringverdiener – 25 % auf Kapitalerträge. Nun kündigt Olaf Scholz (SPD) die Abschaffung der Abgeltungssteuer bis zum Jahr 2021 an.

 

Die Abgeltungssteuer wurde damals begrüßt. Sie stellte eine starke Vereinfachung der Besteuerung und oftmals auch eine Entlastung des Geldbeutels dar. Nur so ist zu erklären, warum damals auch nicht Spitzenverdiener die Abgeltungssteuer begrüßten und kaum Proteste auszumachen waren. Doch war die Einführung wirklich gerecht?

 

Vor allem große Vermögen profitierten von Abgeltungssteuer

 

In Zeiten in denen der Ökonom Thomas Piketty die Dynamik des Wachstums großer Vermögen aufzeigte ist die Verteilungsdiskussion nicht fern. Vor allem die sehr großen Vermögen in Deutschland waren die wirklichen Profiteure der Abgeltungssteuer. Statt Einnahmen aus Zinsen und Dividenden mit dem Spitzensteuersatz zu versteuern galt auch für diese riesigen Vermögen der gleiche Steuersatz wie für jeden anderen Empfänger von diesen Kapitalerträgen. Völlig egal, ob es sich um 5.000 Euro oder 500.000 Euro Einnahmen handelte. Diesen Umstand will Olaf Scholz nun kippen. Noch in dieser Legislaturperiode will Scholz die Abgeltungssteuer abschaffen.

 

Auch Soli-Abschaffung soll bis 2021 erfolgen

 

Zusätzlich zum Thema Abgeltungssteuer will Scholz noch in diesem Jahr ein Gesetz zur Abschaffung des Soli auf den Weg bringen. Anders als bei der Abgeltungssteuer soll der Soli allerdings nur für einen Teil der Bevölkerung wegfallen. Laut Scholz sollen 90 % der Menschen in Zukunft keinen Solidaritätszuschlag mehr entrichten. Die 10 Prozent der Spitzenverdiener sollen ihn allerdings weiterhin zahlen.

 

Vorschläge klingen nach SPD

 

Die Vorschläge von Olaf Scholz klingen in der Tat nach sozialdemokratischer Politik. Bei einer sehr breiten Schicht der Bevölkerung dürften diese Ideen auf fruchtbaren Boden fallen. Und auch die Branche der Steuerberater dürfte diesen Vorschläge mit Wohlwollen entgegensehen. Immerhin ist ein gerechtere Besteuerung der Kapitaleinkünfte erneut eine Verkomplizierung der Einkommensteuererklärung. Eine Abschaffung dürfte erneut eine Menge Bürokratie erzeugen. Und auch der Staat dürfte sich freuen, denn neben der Debatte über mehr Gerechtigkeit dürften vor allem mehr Steuereinnahmen locken.

Die möglichen Auswirkungen auf Deutschland selbst bleiben allerdings abzuwarten. In Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung sind vor allem große Vermögen relativ leicht zu bewegen. Der Wohnsitz eines Milliardärs lässt sich leichter verlegen als der eines Angestellten. Genau so argumentierte man damals für die Einführung dieser Steuer. So sagte Peer Steinbrück damals:

Besser 25 Prozent von X als nix

 

Nah dran am Rekordüberschuss: Steuereinnahmen des Bundes steigen weiter

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