Turbolader für Schiffe und Gaskompressoren gelten nicht gerade als Wachstumsstory des Rechenzentrums-Booms. Bei Accelleron schon: Der Schweizer Zulieferer für Schifffahrt und Energieerzeugung hat im ersten Halbjahr 2026 kräftig zugelegt — und einen guten Teil davon der Stromnachfrage der KI-Infrastruktur in den USA zu verdanken.
Der Umsatz kletterte um 21,3 Prozent auf 737,3 Millionen Dollar, organisch blieben 17,2 Prozent Wachstum übrig. Das operative EBITA stieg um 22,5 Prozent auf 189,7 Millionen Dollar, die Marge verbesserte sich auf 25,7 Prozent. Unterm Strich blieb ein Reingewinn von 150,8 Millionen Dollar — ein Plus von 31,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Data Center schlagen Schiffsdiesel
Besonders auffällig: Das Segment High Speed, zu dem Turbolader für gasbefeuerte Primärenergieanlagen in US-Rechenzentren zählen, wuchs um 40,0 Prozent auf 208,9 Millionen Dollar. Kapazitätserweiterungen bei Motorenherstellern und anhaltend starke Gaskompressionsnachfrage in Nordamerika trieben das Geschäft an. Die operative EBITA-Marge des Segments zog auf 26,2 Prozent an.
Das größere Segment Medium & Low Speed — dominiert vom klassischen Schiffsgeschäft — wuchs mit 15,2 Prozent auf 528,5 Millionen Dollar langsamer, blieb aber die tragende Säule mit 528,5 Millionen Dollar Umsatz. Volle Auftragsbücher bei Schiffsneubauten und eine wachsende Zahl von Full-Cover-Serviceverträgen in der Handels- und Kreuzschifffahrt stützten das Geschäft.
Die Cash-Conversion fiel im Vergleich zum Vorjahr allerdings auf 58,4 Prozent nach 70,3 Prozent. CEO Daniel Bischofberger begründete das mit höheren Investitionen für künftiges Wachstum: Im ersten Halbjahr steckte das Unternehmen 31 Millionen Dollar in Kapazitäten und Technologie — über 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, mit Schwerpunkt auf Stromerzeugungsanwendungen für Rechenzentren.
Prognose angehoben
Angesichts der starken Zahlen hebt Accelleron die Prognose für das organische Umsatzwachstum 2026 auf 14 bis 17 Prozent an, nach zuvor 9 bis 14 Prozent.
Die Zielmarge von 25 bis 26 Prozent beim operativen EBITA bleibt unverändert. Bischofberger verwies auf robuste Nachfrage in den Kernmärkten, dämpfte aber die Erwartungen bei Nachrüstungen und Upgrades — hier dürfte sich das Wachstum wegen der Verschiebung des IMO-Net-Zero-Frameworks abflachen.
Ergänzend zu den operativen Zahlen läuft das im Mai lancierte Aktienrückkaufprogramm weiter, das Bischofberger als Teil des „ausgewogenen Kapitalallokationsrahmens“ bezeichnete. Der nächste größere Termin für Anleger ist der Jahresbericht 2026 am 17. März 2027, verbunden mit einer Investoren- und Medienkonferenz.
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