Accenture sichert sich einen lukrativen Regierungsauftrag. Der IT-Konzern modernisiert für rund 200 Millionen Euro die digitale Infrastruktur der NATO. Die Nachricht liefert dem schwer angeschlagenen Aktienkurs dringend benötigten Rückenwind.

Neues Netzwerk für die Allianz

Das Projekt läuft über sieben Jahre. Accenture baut für die westliche Verteidigungsallianz ein neues Cloud-Netzwerk auf. Rund 29.000 Nutzer greifen künftig auf diese Systeme zu.

Dabei agiert der Konzern nicht allein. Der italienische Rüstungskonzern Leonardo übernimmt als Partner die IT-Sicherheit. Leonardo implementiert eine sogenannte Zero-Trust-Architektur und schützt die gesamte Kommunikation.

Fokus auf Cybersicherheit

Der Zuschlag passt zur aktuellen Strategie des Unternehmens. Accenture kaufte zuletzt gezielt Sicherheitsspezialisten wie Dragos auf. Das Ziel: ein stärkeres Profil im Verteidigungssektor. Die NATO-Staaten vereinbarten auf ihrem aktuellen Gipfel in Ankara Branchenabkommen über 50 Milliarden Dollar.

An der Börse kommt die Meldung gut an. Die Papiere legten auf Wochensicht gut acht Prozent zu. Am Dienstag schloss der Kurs bei 124,55 Euro.

Dieser kleine Sprung ändert aber wenig am düsteren Gesamtbild. Seit Jahresanfang verlor die Aktie fast 44 Prozent an Wert. Die Papiere stürzten im Juni auf ein neues Jahrestief ab. Knapp über der Marke von 103,60 Euro fand der Kurs zuletzt Unterstützung.

Der Pakt liefert Accenture nun bis zum Jahr 2033 planbare Einnahmen. Der Konzern benötigt diese stabilen staatlichen Geldflüsse dringend. Sie müssen die aktuell schwache IT-Nachfrage aus der Privatwirtschaft ausgleichen.