Die Aktie des französischen Hotelkonzerns Accor verlor heute 2,73 Prozent auf 48,40 Euro – und das, obwohl das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2025 durchaus respektable Zahlen vorlegte. Der Umsatz kletterte währungsbereinigt um 4,5 Prozent auf 5.639 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA legte sogar um 13 Prozent auf 1.201 Millionen Euro zu. Dennoch scheinen Investoren skeptisch: Die Unsicherheit über künftige Wachstumsperspektiven wiegt offenbar schwerer als die aktuellen Erfolge.
CEO Sébastien Bazin betonte in der Präsentation, man habe die eigenen Ziele trotz „makroökonomischer und geopolitischer Gegenwind“ übertroffen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 16 Prozent auf 1,84 Euro, blieb damit allerdings hinter den Analystenschätzungen von 2,07 Euro zurück. Immerhin: Die Dividende von 1,35 Euro pro Aktie erfüllte die Erwartungen exakt und liegt sieben Prozent über dem Vorjahr.
Starkes Schlussquartal, gemischte Regionen
Besonders das vierte Quartal zeigte Stärke: Der RevPAR – eine zentrale Kennziffer der Branche, die Auslastung und Zimmerpreise kombiniert – wuchs um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das lag deutlich über der Konsensschätzung von 4,7 Prozent. Über das Gesamtjahr erreichte Accor ein RevPAR-Wachstum von 4,2 Prozent und übertraf damit die eigene Prognose von drei bis vier Prozent.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Accor?
Regional ergab sich ein uneinheitliches Bild: Während Nahost, Afrika und Asien-Pazifik (ohne China) mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis-Anstieg von 10,4 Prozent glänzten, kämpfte Europa mit einem Rückgang von 7,6 Prozent bei den Zimmerpreisen. Positiv entwickelte sich der amerikanische Markt mit einer Auslastungssteigerung von 11,7 Prozent. Das Luxus- und Lifestyle-Segment erwies sich als Zugpferd: Hier erhöhte sich die Auslastung im vierten Quartal um 9,5 Prozent.
Expansion läuft, aber reicht das?
Das Nettowachstum der Hoteleinheiten erreichte 3,7 Prozent – über der eigenen Guidance von 3,5 Prozent und eine klare Beschleunigung gegenüber den 2,5 Prozent im dritten Quartal. Die Pipeline für künftige Eröffnungen wuchs um 10,3 Prozent, wobei das Luxussegment mit 7,5 Prozent Nettowachstum die Führung übernahm. Accor konzentriert sich erkennbar auf höherwertige Objekte: Die Pipeline im Luxusbereich entspricht 43 Prozent des aktuellen Bestands, während es im mittleren Segment nur 27 Prozent sind.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Accor?
Die Qualität der Pipeline hat sich seit 2019 deutlich verbessert: Das Volumen stieg um 23 Prozent, der Wert gemessen an Management- und Franchise-Gebühren sogar um 67 Prozent. Der operative Cashflow belief sich auf 632 Millionen Euro bei einer Umwandlungsrate von 53 Prozent – verfehlte allerdings die Analystenschätzung von 658 Millionen Euro knapp.
Für 2026 bestätigte Accor seine mittelfristigen Ziele: RevPAR-Wachstum von drei bis vier Prozent, Nettowachstum der Einheiten zwischen drei und fünf Prozent sowie EBITDA-Wachstum von neun bis zwölf Prozent. Ein neues Aktienrückkaufprogramm über 450 Millionen Euro soll starten, sobald Insider-Informationen zum geplanten Verkauf der 30,6-Prozent-Beteiligung an Essendi veröffentlicht sind. Der Buchwert dieser Beteiligung liegt bei 846 Millionen Euro. Insgesamt plant Accor, bis 2027 rund drei Milliarden Euro an die Aktionäre zurückzugeben.
Die heutige Kursreaktion zeigt: Trotz solider Fundamentaldaten bleiben Investoren vorsichtig. Die Hotellerie bleibt anfällig für externe Schocks – und die makroökonomischen Wolken am Horizont scheinen dunkler zu wiegen als die aktuellen Erfolgsmeldungen.
Accor-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Accor-Analyse vom 19. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Accor-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Accor-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Accor: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


