Der Schweizer Arbeitsmarkt zeigt sich widerstandsfähig, während an der Börse Skepsis herrscht. Der Adecco Group Swiss Job Market Index signalisiert für das erste Quartal eine leichte Stabilisierung. Parallel dazu markierte die Aktie am Donnerstag bei 19,62 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.

Die Zahl der offenen Stellen stieg im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent. Im Jahresvergleich verzeichnete der Index ein Plus von 0,8 Prozent. Marcel Keller, Länderchef der Adecco Gruppe Schweiz, sieht darin eine Phase der Stabilisierung, mahnt jedoch zur Vorsicht.

Geopolitische Risiken belasten die Stimmung

Die Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll. Vor allem die US-Handelspolitik und mögliche neue Zölle belasten die exportorientierten Sektoren der Schweiz. Diese Unsicherheit spiegelt sich auch im Kof-Konjunkturbarometer wider, das zuletzt einen Rückgang verzeichnete.

An der Börse hinterlässt diese Gemengelage deutliche Spuren. Die Aktie verlor binnen einer Woche rund elf Prozent an Wert, seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 21 Prozent. Die Bestätigung der Dividende von 1,00 CHF je Aktie durch die Generalversammlung in Lausanne konnte diesen Abwärtstrend nicht stoppen.

Fokus auf Transformation und Profitabilität

Adecco reagiert auf den strukturellen Wandel mit einer strategischen Neuausrichtung. Im Zentrum steht die Geschäftseinheit LHH, die auf Karriereberatung und Transformation spezialisiert ist. Hier gewinnen überfachliche Kompetenzen wie analytisches Denken und Teamfähigkeit massiv an Bedeutung für die Personalvermittlung.

Im Mai präsentiert der Konzern die Finanzergebnisse für das erste Quartal. Marktbeobachter achten dabei besonders auf die operative Marge der Sparte Akkodis, die zuletzt durch Restrukturierungen in Deutschland beeinflusst wurde. Über den gesamten Zyklus peilt Adecco eine EBITA-Marge von drei bis sechs Prozent an.