Der Ausverkauf in der Sportartikelbranche erfasst am heutigen Donnerstag auch Adidas. Auslöser ist eine Gewinnwarnung des britischen Konkurrenten JD Sports, der seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026/27 senkt und in London um rund 13 Prozent einbricht – der stärkste Tagesverlust seit November 2021. Die Adidas-Aktie gibt im Sog dieser Nachricht deutlich nach und rutscht im XETRA-Handel unter die Marke von 149 Euro, ein Minus von 4,8 Prozent zum Vortagesschluss.
Analysten sehen die Schwäche nicht als Einzelfall. Die Deutsche Bank verweist laut Marktbeobachtern auf das schwache US-Geschäft der Branche, Goldman Sachs rechnet damit, dass die neue Prognosemitte von JD Sports rund vier Prozent unter dem Marktkonsens liegt.
Für Adidas ist das brisant, weil der US-Markt für den Konzern seit Monaten ein Sorgenkind ist – Preisdruck und schwache Umsätze belasten die gesamte Branche, auch Puma und Nike gerieten am selben Tag unter Druck.
Rückhalt von RBC und eigenes Aktienrückkaufprogramm
Trotz des Kursrutsches gibt es Gegenstimmen. RBC bestätigt seine „Outperform“-Einschätzung für Adidas und sieht eine Erholungschance, gestützt auf die Beliebtheit der Marke in den USA und eine Stabilisierung in China. UBS bleibt dagegen neutral und verweist auf den anhaltenden Wettbewerbsdruck im Laufschuh-Segment.
Untermauert wird die optimistischere Lesart durch das laufende Aktienrückkaufprogramm des Konzerns: Anfang August erwarb Adidas rund 395.643 eigene Aktien zu Durchschnittskursen zwischen 159,92 und 166,50 Euro, die zweite Tranche des Programms umfasst inzwischen fast 2,95 Millionen Aktien.
Zusätzlich hatte Vorstandschef Björn Gulden bereits Anfang August eigene Aktien im Wert von über 500.000 Euro erworben – ein Signal, das Analysten als Vertrauensbeweis in die eigene Aktie werten, dessen Wirkung angesichts der aktuellen Verkaufswelle jedoch verpufft.
Charttechnik spricht gegen kurzfristige Erholung
Charttechnisch bleibt das Bild angespannt. Eine Widerstandszone bei 183,10 bis 188,50 Euro gilt als nächste relevante Marke, sollte sich der Titel stabilisieren – davon ist die Aktie mit aktuell 148,60 Euro derzeit weit entfernt. Der jüngste Kursrutsch drückt den Titel zudem unter den 50-Tage-Durchschnitt von 172,70 Euro, ein Abstand von 14 Prozent, der die kurzfristige Schwäche unterstreicht.
Für Anleger bleibt die Gemengelage widersprüchlich: Auf der einen Seite stehen strukturelle Kaufsignale wie Rückkäufe und der Insiderkauf des CEO, auf der anderen Seite eine Branche, die unter US-Konsumschwäche und Preiskampf leidet.
Die nächsten konkreten Anhaltspunkte dürften erst mit den Q3-Zahlen kommen, die für den 29. Oktober angesetzt sind. Bis dahin entscheidet sich an der Nachrichtenlage der Konkurrenz mit, wie belastbar die charttechnische und fundamentale Unterstützung für Adidas tatsächlich ist.
Adidas-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adidas-Analyse vom 20. August liefert die Antwort:
Die neusten Adidas-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adidas-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Adidas: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

