Ein starkes Geschäftsjahr 2025 reicht an der Börse manchmal nicht aus. Obwohl Adidas seinen operativen Gewinn zuletzt deutlich steigern konnte, reagieren Anleger auf die jüngste Prognose für 2026 mit Verkäufen. Zusätzlich sorgt eine kurzfristige Anleiheemission für Verunsicherung bezüglich der aktuellen Finanzkraft des Sportartikelherstellers.
Starke Zahlen, schwacher Ausblick
Im abgelaufenen Jahr glänzte der Konzern noch mit hervorragenden Zahlen. Der währungsbereinigte Umsatz kletterte um 13 Prozent auf 24,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis zog sogar um 54 Prozent an. Das eigentliche Problem liegt in der Zukunft. Für das laufende Jahr 2026 kalkuliert das Management lediglich mit einem operativen Gewinn von rund 2,3 Milliarden Euro.
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Dieser Wert verfehlt den Analystenkonsens um etwa 15 Prozent. Verantwortlich für den gedämpften Optimismus sind vor allem US-Zölle und negative Währungseffekte. Diese Faktoren werden das Ergebnis voraussichtlich mit rund 400 Millionen Euro belasten.
Neue Schulden machen nervös
Als zusätzlicher Belastungsfaktor erweist sich eine neue Unternehmensanleihe über 20 Millionen Euro, die erst am Freitag emittiert wurde. Da dieses Papier bereits im April 2026 fällig wird, wachsen am Markt die Zweifel. Marktbeobachter werten die Maßnahme als Zeichen eines unerwarteten Finanzierungsbedarfs, was den Verkaufsdruck bei der Aktie spürbar erhöht hat.
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Entsprechend vorsichtig agieren nun die Experten. Das Analysehaus Berenberg senkte das Kursziel deutlich von 220 auf 190 Euro und beließ die Einstufung auf „Hold“. Analyst Nick Anderson verwies zur Begründung auf reduzierte Gewinnschätzungen und eine langsamer als erwartete operative Erholung. Um das schwindende Vertrauen der Aktionäre aufzufangen, setzt das um CEO Bjørn Gulden geführte Management nun auf einen Aktienrückkauf. Bis Ende 2026 sollen eigene Papiere im Wert von bis zu einer Milliarde Euro erworben werden.
Die Aktie schloss am Freitag exakt auf dem neuen 52-Wochen-Tief von 132,30 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust damit bereits auf über 21 Prozent. Am 29. April 2026 präsentiert Adidas die Zahlen für das erste Quartal. Dieser Bericht wird die ersten konkreten Daten liefern, wie stark die externen Belastungen durch Zölle und Währungseffekte die Margen im laufenden Geschäft tatsächlich komprimieren.
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