Adidas- vs. Nike-Aktie: Momentum-Favorit wackelt im Giganten-Duell

Adidas Aktie

Es war ein Paukenschlag zum Wochenausklang an den Börsen. Während Anleger am Freitag, den 23. Januar, eigentlich ein ruhiges Wochenende einläuten wollten, geriet die Aktie von Adidas plötzlich massiv unter die Räder. Ein Minus von über 5,7 Prozent schockte die Investoren und rasierte an einem einzigen Tag rund 1,5 Milliarden Euro an Börsenwert weg.

Parallel dazu zeigte sich der ewige Rivale aus den USA, Nike, fast schon unheimlich stoisch. Mit einem kaum spürbaren Verlust von knapp 0,7 Prozent bewegte sich die Aktie kaum vom Fleck. Doch der Schein trügt: Während Adidas trotz des Rückschlags noch immer als Turnaround-Kandidat gilt, steckt Nike tief im Sumpf der Stagnation. Wer hat in diesem ungleichen Duell jetzt die besseren Karten?

Wer blutet stärker an der Börse?

Der gestrige Freitag markierte für Adidas einen technischen Dämpfer. Der Kursrutsch auf 143,75 Euro durchbrach wichtige psychologische Marken. Auslöser war eine Neubewertung der Risiken: Marktbeobachter zweifeln zunehmend daran, ob die ehrgeizigen Ziele für 2026 angesichts globaler Unsicherheiten haltbar sind. Die Aktie, die Ende 2025 noch von Euphorie getragen wurde, ist nun kurzfristig überverkauft.

Ganz anders das Bild bei Nike. Der US-Gigant notiert bei 65,01 US-Dollar und damit in Tuchfühlung zu seinen Mehrjahrestiefs. Das Handelsvolumen ist zwar solide, doch es fehlt jegliche Kaufpanik. Die Aktie ist effektiv „totes Kapital“ und liegt auf Sicht von zwölf Monaten über 11 Prozent im Minus. Während Adidas also heftig korrigiert, aber noch lebt, scheint bei Nike der Puls kaum noch spürbar.

Doch was sagen die nackten Zahlen hinter den Kursen?

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Adidas?

Fundamental-Check: Wachstum gegen Substanz

Hier offenbart sich die wahre Diskrepanz zwischen den beiden Konzernen. Adidas punktet mit Dynamik, Nike mit (noch) vorhandener finanzieller Masse.

KennzahlAdidas (Trend Q3 ’25)Nike (Q2 FY26)Vorteil
Umsatzwachstum+12% (Währungsbereinigt)+1% (Berichtet)Adidas
China-PerformanceStarkes Momentum-17% EinbruchAdidas
Bruttomarge51,8% (+50 Basispunkte)40,6% (-300 Basispunkte)Adidas
Nettoergebnis~450 Mio. € (Geschätzt)0,8 Mrd. $Nike
KGV (Forward)~35x (Erholung)~30,8xNike

Wer gewinnt den Kampf um die Margen?

Adidas reitet unter CEO Bjørn Gulden eine Erfolgswelle. Ein Umsatzsprung von 12 Prozent zeigt, dass die Marke wieder „heiß“ ist. Besonders die Retro-Modelle wie Samba und Gazelle reißen den Kunden die Schuhe aus den Händen. Die steigende Bruttomarge auf fast 52 Prozent beweist, dass Adidas seine Preissetzungsmacht zurückgewonnen hat.

Im krassen Gegensatz dazu kämpft Nike mit einem Margenverfall von 300 Basispunkten auf nur noch 40,6 Prozent. Der Grund? Aggressive Rabatte, um volle Lager zu leeren, und steigende Zölle. Besonders schmerzhaft ist der Blick nach China: Während Adidas dort Boden gutmacht, brachen die Umsätze bei Nike um dramatische 17 Prozent ein. Lokale Konkurrenten stehlen dem US-Riesen die Marktanteile, während Adidas die Kurve gekriegt hat.

Dennoch hat Nike einen Trumpf im Ärmel: Die absolute Cash-Generierung. Mit einem Nettoergebnis von 0,8 Milliarden Dollar verdient Nike schlichtweg immer noch mehr Geld als der deutsche Rivale, dessen Gewinn sich erst mühsam erholt.

Charttechnik: Das Messer oder der Boden?

Für Trader stellt sich nun die Gretchenfrage: Ist der Absturz bei Adidas eine Kaufchance oder der Beginn einer Talfahrt?

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Adidas?

Adidas (143,75 €): Der Bruch der 150-Euro-Marke wiegt schwer. Die nächste Auffanglinie liegt bei ca. 142,50 Euro. Hält diese nicht, droht ein Rutsch bis 135 Euro. Allerdings signalisieren die Indikatoren eine extreme Übertreibung nach unten – ein technischer Rückprall (Bounce) in der kommenden Woche ist sehr wahrscheinlich.

Nike (65,01 $): Hier herrscht Langeweile pur. Die Aktie ist in einer engen Spanne zwischen 60 und 70 Dollar gefangen. Es fehlt jegliches Momentum. Wer hier einsteigt, setzt auf eine Bodenbildung, muss aber viel Geduld mitbringen. Ein Ausbruch nach oben ist ohne fundamentale News aus China kaum zu erwarten.

Fazit: Volatilität gegen Value-Falle

Das Duell der Sportartikel-Giganten könnte unterschiedlicher kaum sein.

Adidas ist die Wahl für Risikofreudige. Der Absturz von über 5 Prozent bietet eine klassische „Buy the Dip“-Chance für einen kurzfristigen Rebound Richtung 148 Euro. Das Wachstum stimmt, die Marke lebt, doch die Bewertung ist sportlich und verzeiht keine Fehler mehr.

Nike hingegen bleibt eine Geduldsprobe. Die Aktie ist optisch günstig, aber fundamental angeschlagen. Solange das China-Geschäft blutet und die Margen sinken, ist das Papier eine klassische „Value-Falle“. Nur wer einen Zeithorizont von mehreren Jahren hat und auf eine radikale Umstrukturierung setzt, greift hier bei Kursen unter 62 Dollar zu.

Kurzfristig gehört die Spannung – und damit die Chance – eindeutig der deutschen Seite, auch wenn der Freitag schmerzhaft war.

Adidas-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adidas-Analyse vom 24. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Adidas-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adidas-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Adidas: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Über Felix Baarz 1573 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.