Für Adobe liegen Licht und Schatten derzeit dicht beieinander. Während das Bundeskartellamt die 1,9 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Semrush ohne Auflagen durchwinkt, droht in Großbritannien neuer juristischer Ärger. Die dortige Wettbewerbsbehörde nimmt nun die Stornierungsgebühren des Software-Riesen ins Visier – ein Schritt, der empfindliche Strafen nach sich ziehen könnte.
Strategischer Zukauf genehmigt
Der geplante Kauf des SEO-Spezialisten Semrush hat in Deutschland eine wichtige Hürde genommen. Die Wettbewerbshüter sehen keine Gefahr einer unzulässigen Produktbündelung und erteilten eine bedingungslose Freigabe. Damit rückt der Abschluss der reinen Bargeld-Transaktion, der für das erste Halbjahr 2026 anvisiert ist, ein gutes Stück näher. Adobe will mit der Integration von Semrush seine Position im rasant wachsenden Bereich der KI-generierten Suchantworten stärken. Ziel ist es, Kunden dabei zu helfen, ihre Sichtbarkeit auch in den neuen, von Künstlicher Intelligenz gesteuerten Suchmaschinen zu erhalten.
Britische Behörden prüfen Gebühren
Gleichzeitig öffnet sich auf der anderen Seite des Ärmelkanals eine neue juristische Baustelle. Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) hat eine Untersuchung zu den Kündigungsbedingungen von Adobe eingeleitet. Im Zentrum steht das Modell der Jahresabonnements mit monatlicher Zahlung. Wer hier nach 14 Tagen kündigt, muss die Hälfte der verbleibenden Jahreskosten tragen. Die Behörde prüft, ob diese Praxis gegen Verbraucherschutzgesetze verstößt und ob Kunden vor dem Kauf ausreichend informiert werden.
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Das finanzielle Risiko dieser Untersuchung ist beträchtlich. Die CMA kann bei Verstößen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes verhängen. Erst vor wenigen Tagen hatte Adobe einen ganz ähnlichen Streit mit dem US-Justizministerium für 150 Millionen Dollar beigelegt.
Operative Stärke trifft auf Skepsis
Diese gemischte Nachrichtenlage trifft auf eine ohnehin angespannte Stimmung unter Investoren. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 40 Prozent an Wert verloren und schloss am vergangenen Freitag bei knapp 235 Dollar. Analysten von William Blair stuften das Papier kürzlich herab. Sie verwiesen auf Fragen zur Preissetzungsmacht und Unsicherheiten rund um den geplanten Abgang von CEO Shantanu Narayen.
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Dabei zeigen die operativen Zahlen durchaus Stärke. Im abgelaufenen Quartal übertraf Adobe mit einem Umsatz von 6,40 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 6,06 Dollar pro Aktie die Markterwartungen. Die wiederkehrenden jährlichen Einnahmen stiegen um knapp elf Prozent. Besonders das Wachstum von 50 Prozent bei neuen Unternehmenskunden für die KI-Lösung Firefly signalisiert, dass die Produkte im Markt ankommen.
Die kommenden Wochen bieten dem Management nun konkrete Gelegenheiten, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Am 15. April steht die Hauptversammlung an, Ende April folgt der Adobe Summit. Um den Abwärtstrend der Aktie nachhaltig zu stoppen, muss das Unternehmen die britische Untersuchung zügig klären und einen klaren Fahrplan für die zukünftige Führungsstruktur präsentieren.
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