Der Finanzdienstleister Aegon stellt die Weichen für eine tiefgreifende Veränderung seiner Unternehmensstruktur. Am vergangenen Dienstag veröffentlichte das Unternehmen die Agenda für eine außerordentliche Hauptversammlung, die am 8. Oktober stattfinden soll.

Im Mittelpunkt des Treffens steht die Abstimmung über die geplante Verlegung des Unternehmenssitzes in die USA. Dieser Schritt folgt auf die Einreichung des Shareholder Circulars bei der US-Börsenaufsicht SEC Ende August und unterstreicht die strategische Neuausrichtung des Konzerns auf den nordamerikanischen Markt.

Strategischer Fokus auf das US-Geschäft

Die angestrebte Redomizilierung spiegelt die wachsende Bedeutung des US-Geschäfts wider, das maßgeblich durch die Tochtergesellschaft Transamerica getrieben wird. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete dieser Bereich eine dynamische Entwicklung.

Die Neuverkäufe im Segment Individual Life stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 54 Prozent. Parallel dazu weitete das Unternehmen seine Vertriebskapazitäten deutlich aus: Die Anzahl der Agenten der World Financial Group (WFG) überschritt erstmals die Marke von 100.000.

Medienberichten zufolge verspricht sich die Konzernführung von dem Umzug in die USA eine bessere Bewertung an den Kapitalmärkten und eine engere Verzahnung mit dem dortigen operativen Schwerpunkt.

Die operative Stärke zeigte sich bereits in den am 20. August vorgelegten Zahlen für das erste Halbjahr 2026. Das operative Ergebnis kletterte um 9 Prozent auf 804 Millionen Euro, während das Nettoergebnis mit 608 Millionen Euro stabil blieb. Besonders die für die Dividendenkraft wichtige Operating Capital Generation legte deutlich um 27 Prozent auf 416 Millionen Euro zu.

Erhöhte Dividenden und umfangreiche Aktienrückkäufe

Von der robusten Kapitalgenerierung profitieren die Aktionäre unmittelbar durch eine attraktivere Ausschüttungspolitik. Die Interim-Dividende für das Geschäftsjahr 2026 wurde um 11 Prozent auf 0,21 Euro pro Aktie angehoben.

Flankiert wird dies durch eine Ausweitung der Aktienrückkäufe. Das Programm für die zweite Jahreshälfte wurde von ursprünglich 200 Millionen auf 350 Millionen Euro aufgestockt. Die entsprechende Erhöhung um 150 Millionen Euro trat am 24. August in Kraft.

Zusätzliche Liquidität und eine weitere Schärfung des Profils erwartet Aegon durch den Verkauf von Aegon UK an Standard Life. Die Vereinbarung über den Preis von 2,0 Milliarden Britischen Pfund wurde bereits im April getroffen, der Abschluss der Transaktion wird für Ende des laufenden Jahres erwartet.

An der Börse wird dieser Kurs bislang honoriert: Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Plus von 19 Prozent. Am gestrigen Freitag schloss das Papier bei 7,94 Euro und notiert damit gut 13 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage von 7,04 Euro.